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Nützlinge

Nützlinge sind lebende Gegenspieler von Schädlingen – Schlupf- und Lagererzwespen, Lagerpiraten, Raubmilben, Florfliegenlarven und Nematoden. Welcher Nützling zu deinem Schädling passt und worauf es beim Einsatz ankommt, zeigt dir die Schnellwahl.

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Kauf-Ratgeber Nützlinge

Nützlinge kaufen: Welcher Helfer passt zu deinem Schädling?

Nützlinge sind lebende Gegenspieler von Schädlingen: winzige Schlupfwespen, Raubwanzen, Raubmilben, Florfliegenlarven und Fadenwürmer (Nematoden). Jede Art wirkt nur gegen bestimmte Schädlinge und oft nur gegen ein bestimmtes Stadium – deshalb kommt es auf die richtige Auswahl, die passende Temperatur und den frühen Einsatz an. Hier findest du die Schnellwahl nach Schädling, alle Nützlinge im Vergleich und einen 5-Schritte-Plan.

Zum Ratgeber Nützlinge →

Schnellwahl: Welcher Schädling macht dir Ärger?

Motten, Gespinste oder Raupen in Mehl, Müsli oder Nüssen

Schlupfwespen gegen Eier, Brackwespen gegen Raupen

Trichogramma-Schlupfwespen legen ihre Eier in die Motteneier, Brackwespen (Habrobracon hebetor) befallen die ausgewachsenen Raupen – auch eingesponnene in Ritzen. Zusammen erfassen sie beide Stadien. Vorher befallene Vorräte entsorgen. Alles zum Vorgehen: Lebensmittelmotten bekämpfen.

Löcher in Wollpullovern, Motten im Kleiderschrank

Schlupfwespen gegen Kleidermotten-Eier

Die Schlupfwespen-Karten kommen ins Schrankfach oder unter den Teppich; die Wespen suchen die Motteneier und parasitieren sie. Weil sie nur Eier befallen, kommen sie in mehreren Lieferungen. Brackwespen wirken nicht gegen Kleidermotten. Vorher befallene Textilien waschen oder einfrieren: Kleidermotten bekämpfen.

Käfer in Gewürzen, Tee, Brot oder Getreide

Lagererzwespen gegen Käferlarven

Lagererzwespen spüren die Larven von Brot-, Tabak-, Korn-, Reis- und Maiskäfern, Kräuterdieb, Kugel- und Messingkäfern auch in Körnern und Kokons auf und legen ihre Eier daran. Ein Röhrchen reicht für etwa 10 m², nach vier Wochen wiederholen. Gegen Reismehlkäfer, deren Larven frei im Mehl leben, sind Lagerpiraten die bessere Wahl. Mehr dazu: Brotkäfer, Kornkäfer.

Kleine haarige Larven auf Teppich, Polster oder Wolle

Lagerpiraten gegen Speck- und Teppichkäfer

Lagerpiraten sind 2–3 mm kleine Raubwanzen, die Eier und junge Larven von Speck-, Teppich-, Pelz-, Museums- und Wollkrautblütenkäfern aussaugen. Sie brauchen Raumtemperatur von etwa 20 °C und leben bei 21 °C rund acht Wochen – bei Wärme kürzer, dann nach drei bis vier Wochen nachlegen. Mehr dazu: Teppichkäfer, Speckkäfer, Wollkrautblütenkäfer.

Blattläuse, Thripse oder Weiße Fliege an Zimmer- und Balkonpflanzen

Florfliegenlarven, Raubmilben oder Schlupfwespen

Florfliegenlarven fressen vor allem Blattläuse, dazu Thripse und andere kleine Insekten – ein guter Allrounder. Gegen Thripse gezielt Raubmilben (Neoseiulus cucumeris), gegen die Weiße Fliege Encarsia-Schlupfwespen ab 18 °C oder Raubmilben (Amblyseius swirskii) ab etwa 20 °C. Mehr dazu: Blattläuse bekämpfen, Florfliegenlarven.

Feine Gespinste und helle Sprenkel auf den Blättern

Raubmilben gegen Spinnmilben

Das sind meist Spinnmilben. Raubmilben (Phytoseiulus persimilis oder Amblyseius californicus) jagen sie auf den Blättern. Sie mögen 18–25 °C und eher feuchte Luft, die Pflanzen sollten sich berühren, damit die Raubmilben wandern können. Vorher mindestens sechs Wochen keine chemischen Pflanzenschutzmittel. Mehr dazu: Milben bekämpfen.

Kleine schwarze Mücken über der Blumenerde

SF-Nematoden oder Bodenraubmilben

Trauermücken entwickeln sich als Larven in feuchter Erde. SF-Nematoden (Steinernema feltiae) gießt du ins Substrat – ab etwa 12 °C Bodentemperatur und mit feucht gehaltener Erde. Bodenraubmilben (Stratiolaelaps scimitus) streust du auf die Erde, sie fressen die Larven in der obersten Schicht. Mehr dazu: Trauermücken bekämpfen.

Larven im Boden: Engerlinge im Rasen, Dickmaulrüssler im Kübel

HB-Nematoden ins feuchte Substrat

HB-Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) befallen Larven im Boden. Gegen Dickmaulrüssler-Larven und Gartenlaubkäfer-Engerlinge wirken sie gut, gegen Junikäfer schwächer und gegen Maikäfer kaum. Ausbringen bei mindestens 12 °C Bodentemperatur, morgens oder abends, danach zwei bis vier Wochen feucht halten. Mehr dazu: Engerlinge, Dickmaulrüssler.

Im Garten: Schnecken, Ameisennester, Apfelwickler oder Erdflöhe

Nematoden mit der Gießkanne ausbringen

Für den Garten gibt es spezielle Nematoden: PC-Nematoden gegen Nacktschnecken, SF-Nematoden zum Eingießen in Ameisennester, gegen Apfelwickler-Raupen am Stamm im Herbst und gegen Erdfloh-Larven im Beet. Immer in feuchten Boden ausbringen, nicht in praller Sonne, und die Flächen danach feucht halten. Mehr dazu: Schnecken, Ameisen, Apfelwickler.

Alle Nützlinge im Vergleich

Parasitoide wie Schlupf- und Erzwespen legen ihre Eier in oder an einen Schädling, Räuber wie Lagerpiraten, Raubmilben und Florfliegenlarven fressen oder saugen ihre Beute aus. Nematoden dringen in Larven im Boden ein. Entscheidend sind Zielschädling, Stadium und Temperatur.

NützlingSo wirkt erGegenDarauf achten
Schlupfwespen (Trichogramma) Legen ihre Eier in Motteneier – daraus schlüpft keine Raupe mehr, sondern eine neue Schlupfwespe. Eier von Lebensmittel- und Kleidermotten Wirken nur gegen Eier und leben rund eine Woche, daher mehrere Lieferungen über mindestens neun Wochen. Erst ab etwa 15 °C aktiv. Karten nicht öffnen.
Brackwespen (Habrobracon hebetor) Lähmen ausgewachsene Mottenraupen und legen ihre Eier daran. Raupen von Lebensmittel- und Mehlmotten, auch eingesponnene Raupen in Ritzen Nicht gegen Kleidermotten. Aktiv zwischen 12 und 38 °C, möglichst einige Stunden am Tag 15 °C. Alle vier Wochen wiederholen.
Lagererzwespen Spüren Käferlarven in Körnern und Kokons auf und legen ihre Eier daran. Brot-, Tabak-, Korn-, Reis- und Maiskäfer, Getreidekapuziner, Kräuterdieb, Kugel- und Messingkäfer Ab etwa 15 °C. Ein Röhrchen für rund 10 m², Nützlinge nicht herausschütteln, nach vier Wochen wiederholen.
Lagerpiraten (Xylocoris flavipes) Kleine Raubwanzen saugen Eier und junge Larven aus. Speck-, Teppich-, Pelz-, Museums-, Wollkrautblüten- und Reismehlkäfer Brauchen rund 20 °C. Leben bei 21 °C etwa acht Wochen, bei 24–30 °C nur drei – dann früher nachlegen. Nicht zusammen mit Insektiziden oder Kieselgur.
Raubmilben Jagen Schädlinge auf Blättern oder in der obersten Erd- und Einstreuschicht und saugen sie aus. Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliege, Trauermücken-Larven, Rote Vogelmilbe – je nach Art Die richtige Art wählen. Meist 18–25 °C, Spinnmilben-Raubmilben mögen feuchte Luft. Pflanzen sollten sich berühren. Vorher keine chemischen Pflanzenschutzmittel.
Encarsia-Schlupfwespen Legen ihre Eier in die Larven der Weißen Fliege, die sich dann schwarz färben. Weiße Fliege in Wintergarten, Gewächshaus und Wohnung Mindestens 18 °C und 50–75 % Luftfeuchte. Sechs Wochen vor und nach dem Einsatz keine Gelbtafeln und keine chemischen Pflanzenschutzmittel.
Florfliegenlarven Räuberische Larven packen ihre Beute mit Saugzangen und saugen sie aus. Vor allem Blattläuse, dazu Thripse, Spinnmilben, Woll- und Schmierläuse Ideal 18–26 °C, draußen tagsüber mindestens 15 °C. Ameisen vertreiben die Larven. Bei Bedarf nach zwei bis drei Wochen wiederholen.
Nematoden (HB, SF, PC) Mikroskopisch kleine Fadenwürmer dringen in Larven im Boden ein; mitgebrachte Bakterien töten den Wirt. Engerlinge, Dickmaulrüssler-, Trauermücken- und Erdfloh-Larven, Nacktschnecken – je nach Art Boden mindestens 10–12 °C und gut feucht, nicht in praller Sonne ausbringen. Möglichst sofort verwenden – im Kühlschrank halten sie nur etwa eine Woche.

So wirken Nützlinge – und was sie nicht können

Drei Beispiele für Nützlinge: winzige Schlupfwespen auf Motteneiern im Küchenschrank, eine Florfliegenlarve mit Blattläusen und eine orangerote Raubmilbe bei Spinnmilben auf Blättern, Nematoden an einem Engerling im Boden
Drei Beispiele für Nützlinge: winzige Schlupfwespen auf Motteneiern im Küchenschrank, eine Florfliegenlarve mit Blattläusen und eine orangerote Raubmilbe bei Spinnmilben auf Blättern, Nematoden an einem Engerling im Boden

Nützlinge sind lebende Tiere. Sie suchen ihre Beute selbst, auch in Ritzen, Kokons und im Boden, wo Sprays und Putzlappen nicht hinkommen. Damit das klappt, müssen ein paar Bedingungen stimmen.

  • Gezielt statt flächendeckend: Jede Nützlingsart hat ihre Zielschädlinge und oft nur ein bestimmtes Stadium: Trichogramma befällt Eier, Brackwespen befallen Raupen, Lagererzwespen Käferlarven. Bestimme deshalb zuerst, welchen Schädling du hast.
  • Temperatur entscheidet: Die meisten Nützlinge werden erst ab etwa 15 °C aktiv, Lagerpiraten und Encarsia brauchen rund 18–20 °C. In kalten Räumen, Kellern oder im Winter draußen wirken sie kaum. Ein Thermometer am Einsatzort hilft.
  • Kurzes Leben, mehrere Lieferungen: Trichogramma-Schlupfwespen leben bei Zimmertemperatur etwa eine Woche, Brack- und Lagererzwespen rund zwei Wochen. Deshalb kommen sie in mehreren Lieferungen oder werden nach einigen Wochen erneut ausgebracht.
  • Keine Insektizide gleichzeitig: Insektensprays, Nebelautomaten, Kieselgur und viele Pflanzenschutzmittel treffen auch Nützlinge. Setze sie nicht gleichzeitig ein und halte nach einer chemischen Behandlung je nach Mittel mehrere Wochen Abstand.
  • Ursache zuerst, dann Nützlinge: Nützlinge drücken einen Befall, sie ersetzen aber nicht das Entsorgen befallener Vorräte, das Waschen von Textilien oder das richtige Gießen. Bei sehr starkem Befall reichen sie allein nicht aus – setze sie früh ein.

Gibt es keine Schädlinge mehr, finden die Nützlinge keine Nahrung oder keine Wirte und verschwinden von selbst. Du musst sie nicht wieder entfernen.

Welcher Nützling ist das?

Die meisten Nützlinge sind so klein, dass du sie kaum bemerkst. Diese fünf setzt du in Haus und Garten am häufigsten ein.

Schlupfwespe der Gattung Trichogramma beim Ablegen eines Eis in ein Mottenei, stark vergrößert
Schlupfwespe der Gattung Trichogramma beim Ablegen eines Eis in ein Mottenei, stark vergrößert

Schlupfwespe (Trichogramma)

Trichogramma evanescens

Größe
etwa 0,3 mm – mit bloßem Auge kaum zu sehen
Erkennungs­merkmal
Gedrungener Körper ohne Wespentaille, rote Augen, breite, fein bewimperte Flügel; wird auf Pappkarten geliefert
Wirkt gegen
Eier von Lebensmittelmotten, Mehlmotten und Kleidermotten

Darauf achten: Karten nicht öffnen und bei jeder Lieferung austauschen. Sie stechen keine Menschen und verschwinden ohne Motteneier von selbst.

Steckbrief im Lexikon →
Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus) mit schwarzem Körper und rotbraunen Beinen, von oben
Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus) mit schwarzem Körper und rotbraunen Beinen, von oben

Lagererzwespe

Lariophagus distinguendus

Größe
2–3 mm
Erkennungs­merkmal
Schwarz glänzend mit rotbraunen Beinen, gedrungen ohne Wespentaille, durchsichtige Flügel
Wirkt gegen
Larven von Brot-, Tabak-, Korn-, Reis- und Maiskäfern, Kräuterdieb, Kugel- und Messingkäfer

Darauf achten: Ab etwa 15 °C einsetzen, ein Röhrchen für rund 10 m², nach vier Wochen wiederholen.

Steckbrief im Lexikon →
Lagerpirat (Xylocoris flavipes), eine kleine dunkelbraune Raubwanze, die eine Käferlarve aussaugt
Lagerpirat (Xylocoris flavipes), eine kleine dunkelbraune Raubwanze, die eine Käferlarve aussaugt

Lagerpirat

Xylocoris flavipes

Größe
2–3 mm
Erkennungs­merkmal
Flache, dunkelbraune Raubwanze mit langen Fühlern und Saugrüssel, Flügel teils verkürzt
Wirkt gegen
Eier und junge Larven von Speck-, Teppich-, Pelz-, Wollkrautblüten- und Reismehlkäfern

Darauf achten: Braucht rund 20 °C und siedelt sich meist nicht dauerhaft an – nach drei bis vier Wochen nachlegen.

Steckbrief im Lexikon →
Orangerote Raubmilbe (Phytoseiulus persimilis) jagt blassgrüne Spinnmilben auf einem Blatt, stark vergrößert
Orangerote Raubmilbe (Phytoseiulus persimilis) jagt blassgrüne Spinnmilben auf einem Blatt, stark vergrößert

Raubmilbe

Phytoseiulus persimilis

Größe
etwa 0,5 mm
Erkennungs­merkmal
Orangerot, birnenförmig, acht lange Beine, sehr flink – deutlich schneller als Spinnmilben
Wirkt gegen
Spinnmilben; andere Raubmilbenarten wirken gegen Thripse, Weiße Fliege, Trauermücken oder Vogelmilben

Darauf achten: Bei 18–25 °C und eher feuchter Luft ausbringen, am besten morgens oder abends ohne direkte Sonne.

Steckbrief im Lexikon →
Florfliegenlarve (Chrysoperla carnea) hält eine grüne Blattlaus mit ihren Saugzangen, von oben
Florfliegenlarve (Chrysoperla carnea) hält eine grüne Blattlaus mit ihren Saugzangen, von oben

Florfliegenlarve

Chrysoperla carnea

Größe
Larve 5–10 mm
Erkennungs­merkmal
Gelblich-weiß mit rotbrauner Zeichnung, große gebogene Saugzangen am Kopf, sechs Beine
Wirkt gegen
Vor allem Blattläuse, dazu Thripse, Spinnmilben, Woll- und Schmierläuse

Darauf achten: Direkt auf befallene Pflanzen geben, Ameisen fernhalten, bei Bedarf nach zwei bis drei Wochen wiederholen.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten richtig mit Nützlingen arbeiten

  1. Schritt 1: Schädling bestimmen

    Finde heraus, welcher Schädling es ist und in welchem Stadium er auftritt – Falter, Raupe, Käfer, Larve oder Milbe. Nur dann passt der Nützling. Hilfe findest du in unseren Ratgebern zu den einzelnen Schädlingen und im Lexikon.

  2. Schritt 2: Ursache beseitigen

    Befallene Vorräte entsorgen, Textilien waschen oder einfrieren, Schränke aussaugen, Gießverhalten anpassen. Nützlinge erledigen den Rest, den du nicht erreichst – sie ersetzen nicht das Aufräumen.

  3. Schritt 3: Temperatur prüfen und Pause einhalten

    Prüfe mit einem Thermometer, ob am Einsatzort die nötige Temperatur erreicht wird. Setze keine Insektizide, Nebelautomaten oder Kieselgur gleichzeitig ein und halte nach einer chemischen Behandlung den Abstand laut Etikett ein.

  4. Schritt 4: Früh und wiederholt ausbringen

    Nützlinge sofort nach der Lieferung ausbringen, Karten, Röhrchen oder Tüten direkt am Befallsort platzieren. Plane die Wiederholungen ein, die für deinen Nützling empfohlen werden.

  5. Schritt 5: Kontrollieren und vorbeugen

    Kontrolliere mit Fallen oder einem Blick auf die Blätter, ob der Befall zurückgeht. Danach helfen dichte Vorratsdosen, saubere Schränke und gesunde Pflanzen, damit es nicht wieder losgeht.

Merksätze

  • Erst den Schädling bestimmen, dann den Nützling wählen – jede Art hat ihre Zielschädlinge.
  • Ohne Wärme keine Wirkung: Die meisten Nützlinge brauchen mindestens 15 °C.
  • Nützlinge leben kurz – mehrere Lieferungen gehören dazu.
  • Nie gleichzeitig mit Insektensprays, Nebelautomaten oder Kieselgur.
  • Früh einsetzen: Bei schwachem Befall wirken Nützlinge am besten.

Häufige Fragen zu Nützlingen

Können Schlupfwespen stechen?

Nein, nicht die Schlupfwespen, die wir gegen Motten und Vorratsschädlinge anbieten. Ihr Legebohrer dient nur der Eiablage in Motteneier, Raupen oder Käferlarven und ist viel zu klein, um die menschliche Haut zu durchdringen. Trichogramma-Schlupfwespen sind nur etwa 0,3 mm groß und fallen kaum auf.

Sind Nützlinge gefährlich für Menschen und Haustiere?

Die angebotenen Nützlinge suchen gezielt ihre Zielschädlinge und befallen weder Menschen noch Haustiere. Nematoden dringen nur in Insektenlarven beziehungsweise Schnecken ein; Pflanzen und warmblütige Tiere befallen sie nicht. Lagerpiraten saugen Insekteneier und -larven aus, Menschen gehören nicht zu ihrer Beute.

Wie werde ich Schlupfwespen wieder los?

Gar nicht nötig. Finden die Schlupfwespen keine Motteneier, Raupen oder Käferlarven mehr, sterben sie nach kurzer Zeit. Trichogramma-Schlupfwespen leben bei Zimmertemperatur nur rund eine Woche und siedeln sich nicht dauerhaft an.

Wie lange leben Schlupfwespen?

Bei Zimmertemperatur lebt eine Trichogramma-Schlupfwespe etwa sieben Tage, Brackwespen und Lagererzwespen rund zwei Wochen. Deshalb werden Schlupfwespen gegen Motten in mehreren Lieferungen verschickt, damit über mehrere Wochen ständig neue Tiere schlüpfen.

Können Schlupfwespen fliegen?

Brackwespen und Lagererzwespen können fliegen und suchen ihre Wirte im ganzen Raum. Trichogramma-Schlupfwespen laufen vor allem Flächen ab und orientieren sich an den Flügelschuppen der Motten. Deshalb gehören ihre Karten direkt an den Befallsort – ins Schrankfach, Regal oder neben die Vorräte.

Wo nisten Schlupfwespen?

Schlupfwespen bauen keine Nester. Ihre Nachkommen entwickeln sich in oder an einem einzigen Wirt – etwa in einem Mottenei oder an einer Käferlarve – und schlüpfen von dort als fertige Wespe. Ein Nest wie bei Wespen oder Hornissen gibt es nicht.

Ab welcher Temperatur wirken Nützlinge?

Die meisten Nützlinge brauchen mindestens etwa 15 °C, besser 18–25 °C. Lagerpiraten und Encarsia-Schlupfwespen wollen rund 18–20 °C, Nematoden mindestens 10–12 °C Bodentemperatur. In kühlen Räumen oder im Winter draußen sind sie kaum aktiv.

Kann ich verschiedene Nützlinge kombinieren?

Oft ja, weil sie unterschiedliche Stadien treffen: Schlupfwespen gegen Motteneier und Brackwespen gegen Raupen ergänzen sich, ebenso Lagererzwespen und Lagerpiraten bei Käfern. Wichtig ist, dass alle zu deinem Schädling passen und die Temperatur stimmt.

Kann ich Nützlinge zusammen mit Insektenspray oder Neemöl einsetzen?

Nein, nicht gleichzeitig. Insektensprays, Nebelautomaten und Kieselgur treffen auch Nützlinge, und auch Neem-Präparate wirken auf Insekten und Milben. Halte nach einer Behandlung mit solchen Mitteln den Abstand laut Etikett ein und setze die Nützlinge erst danach ein.

Helfen Nützlinge auch bei starkem Befall?

Allein meist nicht. Nützlinge wirken am besten früh und bei schwachem Befall. Bei einem starken Befall entfernst du zuerst die Quelle – befallene Vorräte, Textilien oder Pflanzenteile – und setzt die Nützlinge danach gegen den Rest und zur Vorbeugung ein.

Wie werden Nützlinge geliefert und wie lange halten sie?

Nützlinge sind lebende Tiere und werden deshalb von Montag bis Freitag verschickt. Bring sie möglichst am Liefertag aus. Ist das nicht möglich, lagere sie kurz kühl bei etwa 4–7 °C – je nach Art halten sie so nur wenige Tage.

Nützlinge sind lebende Tiere: nach der Gebrauchsanleitung verwenden, möglichst am Liefertag ausbringen und nicht gleichzeitig mit Insektiziden einsetzen.

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