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Lagerpiraten

Lagerpiraten sind kleine Raubwanzen, die Eier und junge Larven von Teppich-, Wollkrautblüten-, Pelz- und Speckkäfern sowie von Reismehlkäfern fressen. Welche Packung zu deinem Schädling passt und wann ein anderer Nützling besser ist, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

4 Produkte
Kauf-Ratgeber Lagerpiraten

Lagerpiraten richtig einsetzen: Gegen welche Schädlinge sie helfen

Lagerpiraten sind nur 2 bis 3 mm große Raubwanzen. Sie suchen in Ritzen, Teppichkanten und Regalen nach Eiern und jungen Larven von Teppich-, Pelz- und Speckkäfern und saugen sie aus. Hier erfährst du, bei welchem Schädling sie passen, wann ein anderer Nützling besser ist und wie du sie richtig ausbringst.

Zum Lagerpiraten-Ratgeber →

Schnellwahl: Welcher Schädling ist es?

Kleine behaarte Larven an Teppich, Wolle oder im Schrank

Lagerpiraten gegen Teppich- und Wollkrautblütenkäfer

Die braunen, borstigen Larven und ihre leeren Häutungsreste stammen meist vom Wollkrautblütenkäfer oder einem anderen Teppichkäfer. Lagerpiraten fressen ihre Eier und jungen Larven – auch in Ritzen, die der Staubsauger nicht erreicht. Mehr zum Schädling im Ratgeber Teppichkäfer und im Ratgeber Wollkrautblütenkäfer.

Museumskäfer an Sammlungen, Polstern oder Insektenkästen

Lagerpiraten gegen Museumskäfer

Museumskäfer sind enge Verwandte der Teppichkäfer, ihre Larven fressen ebenfalls tierische Materialien. Lagerpiraten gehen an Eier und junge Larven, die sich frei in Staub und Ritzen bewegen. Larven, die tief in Objekten sitzen, erreichen sie kaum – betroffene Stücke zusätzlich einfrieren.

Kleine rotbraune Käfer in Mehl, Grieß oder Backwaren-Resten

Lagerpiraten gegen Reismehlkäfer

Reismehlkäfer leben frei im Mehl und in Krümeln – dort kommen Lagerpiraten an Eier und junge Larven heran. Befallene Vorräte entsorgen, Schränke aussaugen und die Lagerpiraten an Ritzen und Regalkanten auslegen, nicht in offene Lebensmittel.

Käfer in Getreide, Brot, Gewürzen oder im Altbau (Kugel-, Messingkäfer)

Hier passen Lagererzwespen besser

Korn-, Reis- und Maiskäfer, Brot- und Tabakkäfer entwickeln sich versteckt im Korn oder im Substrat. Lagerpiraten erreichen nur Stadien außerhalb davon. Die Lagererzwespen spüren die Larven dagegen im Korn auf – mehr unter Lagererzwespen.

Lagerpiraten und andere Maßnahmen im Vergleich

Nützlinge wirken am besten früh, solange der Befall noch klein ist, und zusammen mit Reinigung und Kontrolle. Einen starken Befall beseitigen sie nicht vollständig.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Lagerpiraten Raubwanzen saugen Eier und junge Larven aus, auch in Ritzen und an Teppichkanten. Teppich-, Wollkrautblüten-, Pelz-, Berlin- und Museumskäfer, Reismehlkäfer; ab etwa 18–20 °C Erwachsene Käfer werden selten angegriffen. Lagerpiraten bleiben meist nicht dauerhaft – nach 3 bis 4 Wochen erneut ausbringen. Ein Röhrchen pro 15 m².
Lagererzwespen Winzige Erzwespen legen ihre Eier an Käferlarven, die versteckt im Korn oder Substrat leben. Brot-, Tabak-, Korn-, Reis-, Maiskäfer, Kugel- und Messingkäfer; ab etwa 15 °C Gegen Speck- und Teppichkäfer nicht geeignet. Mit Lagerpiraten gleichzeitig einsetzbar, weil die Wespen keine Beute der Lagerpiraten sind.
Schlupfwespen (Trichogramma) Zwergwespen parasitieren Motteneier. Kleidermotten und Lebensmittelmotten Wirken nur gegen Eier, deshalb Karten über mehrere Wochen nachliefern lassen.
Reinigen und Quelle beseitigen Larven leben von Haaren, Staub, Wolle und Vorratsresten. Immer, vor dem Ausbringen der Nützlinge Gründlich saugen, Beutel entsorgen, befallene Vorräte wegwerfen. Danach an den Ausbringstellen einige Wochen nicht mehr saugen.
Pheromonfalle Lockstoff zieht männliche Käfer an, die auf der Klebefläche haften. Zur Kontrolle, ob und wo Käfer fliegen Fängt nur Männchen und keine Larven – zeigt den Verlauf, bekämpft den Befall aber nicht.
Einfrieren oder Waschen Kälte bzw. Hitze tötet Eier und Larven in befallenen Textilien. Einzelne befallene Stücke wie Wollpullover, Kissen oder Felle Gut verpackt bei −18 °C einfrieren oder so heiß waschen, wie das Material es zulässt.
Insektenspray Kontaktwirkung auf die getroffenen Tiere. Nicht zusammen mit Nützlingen Tötet auch die Lagerpiraten. Nach einem Insektizid mindestens 4 bis 6 Wochen warten, je nach Mittel auch bis zu 12 Wochen. Nicht mit Kieselgur kombinieren.

So arbeiten Lagerpiraten

Zwei Lagerpiraten jagen an einer Teppichkante an der Fußleiste: einer sticht ein Käferei an, der andere nähert sich einer Teppichkäferlarve
Zwei Lagerpiraten jagen an einer Teppichkante an der Fußleiste: einer sticht ein Käferei an, der andere nähert sich einer Teppichkäferlarve

Lagerpiraten sind Räuber: Anders als Schlupfwespen brauchen sie viele Beutetiere und jagen aktiv. Am wirkungsvollsten sind sie gegen kleine Schädlinge, die sich frei in Staub, Ritzen und Produktresten bewegen.

  • Aussehen: Erwachsene Lagerpiraten sind dunkelbraun und 2 bis 3 mm lang, die Jungtiere rötlich braun. Sie haben lange Fühler und einen Stechrüssel, mit dem sie ihre Beute aussaugen.
  • Beute: Bevorzugt Eier und junge Larven. Erwachsene Käfer greifen sie nur selten an – deshalb siehst du in den ersten Wochen oft noch Käfer, die schon als Larve unterwegs waren.
  • Temperatur: Aktiv und vermehrungsfähig erst ab etwa 18 bis 20 °C. In kühlen Räumen, auf ungeheizten Dachböden oder im Winter wirken sie kaum.
  • Lebensdauer: Laut Züchter etwa 8 Wochen bei 21 °C und rund 3 Wochen bei 24 bis 30 °C. Sie etablieren sich meist nicht dauerhaft, darum wird nach 3 bis 4 Wochen nachgelegt.
  • Danach: Lagerpiraten gehen nicht an Vorräte oder Textilien. Finden sie keine Beute mehr, verschwinden sie wieder.

Daraus folgt: Lagerpiraten früh, warm und wiederholt einsetzen – zusammen mit Reinigung und Kontrolle.

Welcher Nützling passt zu welchem Schädling?

Nützlinge sind Spezialisten: Jeder erwischt nur bestimmte Schädlinge und nur bestimmte Entwicklungsstadien. Darum zuerst den Schädling bestimmen und dann den passenden Nützling wählen.

Lagerpirat (Xylocoris flavipes): kleine dunkelbraune Raubwanze mit langen Fühlern neben einer Teppichkäferlarve
Lagerpirat (Xylocoris flavipes): kleine dunkelbraune Raubwanze mit langen Fühlern neben einer Teppichkäferlarve

Lagerpirat

Xylocoris flavipes

Größe
2–3 mm, dunkelbraune Raubwanze
Wirkt gegen
Eier und junge Larven von Teppich-, Wollkrautblüten-, Pelz- und Berlinkäfern sowie von Reismehlkäfern
Aktiv
ab etwa 18–20 °C

So einsetzen: Röhrchen direkt am Befallsort öffnen und auslegen. Lagerpiraten bleiben meist nicht dauerhaft – nach 3 bis 4 Wochen erneut ausbringen.

Steckbrief im Lexikon →
Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus): winzige schwarze Erzwespe auf einem Weizenkorn
Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus): winzige schwarze Erzwespe auf einem Weizenkorn

Lagererzwespe

Lariophagus distinguendus, Anisopteromalus calandrae

Größe
2–3 mm, schwarz, ohne Wespentaille
Wirkt gegen
Larven von Brot-, Tabak-, Korn-, Reis- und Maiskäfern, Getreidekapuziner, Kräuterdieb, Kugel- und Messingkäfer
Aktiv
ab etwa 15 °C

So einsetzen: Ein Röhrchen pro 10 m² auslegen, die Wespen nicht herausschütteln. Alle 4 Wochen wiederholen, solange Käfer auftauchen.

Steckbrief im Lexikon →
Schlupfwespe Trichogramma: winzige gelbliche Zwergwespe mit roten Augen auf Motteneiern
Schlupfwespe Trichogramma: winzige gelbliche Zwergwespe mit roten Augen auf Motteneiern

Schlupfwespe Trichogramma

Trichogramma evanescens

Größe
etwa 0,3 mm, mit bloßem Auge kaum zu sehen
Wirkt gegen
Eier von Lebensmittelmotten (Dörrobst-, Mehl-, Speichermotte), Kleider- und Pelzmotte
Aktiv
ab etwa 15 °C

So einsetzen: Karten nah an die Befallsstellen legen und über die ganze Dauer nachliefern lassen – die Zwergwespen leben nur etwa eine Woche.

Steckbrief im Lexikon →
Mehlmottenschlupfwespe (Habrobracon hebetor): gelb-schwarze Brackwespe auf einer Mottenraupe im Gespinst
Mehlmottenschlupfwespe (Habrobracon hebetor): gelb-schwarze Brackwespe auf einer Mottenraupe im Gespinst

Mehlmottenschlupfwespe

Habrobracon hebetor

Größe
2,5–4 mm, gelb-schwarz
Wirkt gegen
Raupen von Mehl-, Dörrobst- und Speichermotte, auch überwinternde Wanderraupen
Aktiv
ab etwa 15 °C

So einsetzen: Eine Schachtel pro 10 bis 15 m² leicht geöffnet aufstellen und alle 4 Wochen wiederholen. Gut kombinierbar mit Trichogramma gegen die Eier.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten Lagerpiraten richtig einsetzen

  1. Schritt 1: Schädling bestimmen

    Sammle einen Käfer oder eine Larve, zum Beispiel aus einer Klebefalle, und vergleiche mit unseren Ratgebern. Lagerpiraten passen zu Teppich-, Wollkrautblüten-, Pelz-, Speck- und Museumskäfern sowie zu Reismehlkäfern.

  2. Schritt 2: Quelle beseitigen

    Sauge Teppichkanten, Fußleisten, Schränke und Polster gründlich und entsorge den Beutel. Wirf befallene Vorräte weg und friere einzelne befallene Textilien bei −18 °C ein.

  3. Schritt 3: Temperatur prüfen

    Lagerpiraten brauchen mindestens 18 bis 20 °C. Häng am besten ein Thermometer auf und heize kühle Räume während der Behandlung.

  4. Schritt 4: Röhrchen auslegen

    Öffne die Röhrchen direkt am Befallsort und leg sie hin, ohne die Tiere herauszuschütteln – etwa ein Röhrchen pro 15 m². Danach dort einige Wochen nicht saugen und keine Insektensprays verwenden.

  5. Schritt 5: Wiederholen und kontrollieren

    Leg nach 3 bis 4 Wochen erneut Lagerpiraten aus, solange noch Larven oder Käfer auftauchen. Klebe- oder Pheromonfallen zeigen dir, ob der Befall zurückgeht.

Merksätze

  • Lagerpiraten fressen Eier und junge Larven – erwachsene Käfer verschwinden erst mit der Zeit.
  • Unter 18 °C bringen sie kaum etwas.
  • Gegen Käfer, die sich im Korn entwickeln, sind Lagererzwespen die bessere Wahl.
  • Kein Insektenspray und kein Kieselgur zusammen mit Lagerpiraten.
  • Nützlinge beugen vor und drängen einen Befall zurück – Reinigung und Kontrolle gehören immer dazu.

Häufige Fragen zu Lagerpiraten

Was sind Lagerpiraten?

Lagerpiraten (Xylocoris flavipes) sind 2 bis 3 mm kleine Raubwanzen. Sie jagen in Ritzen, Teppichkanten und Regalen nach Eiern und jungen Larven von Käfern und saugen sie mit ihrem Stechrüssel aus. Deshalb werden sie vor allem gegen Teppichkäfer, Wollkrautblütenkäfer, Pelz- und Speckkäfer sowie gegen Reismehlkäfer eingesetzt.

Sind Lagerpiraten im Schlafzimmer ein Problem?

Lagerpiraten suchen Insekteneier und -larven, keine Menschen. Im Schlafzimmer setzt du sie dort ein, wo die Schädlinge sitzen, etwa an Teppichkanten, unter dem Bett oder an Fußleisten. Gehen ihnen die Beutetiere aus, verschwinden sie wieder.

Wie schnell wirken Lagerpiraten?

Weil sie vor allem Eier und junge Larven fressen, siehst du in den ersten Wochen oft noch Käfer, die sich schon vorher entwickelt hatten. Der Befall geht über Wochen bis Monate schrittweise zurück. Klebe- oder Pheromonfallen helfen dir, den Verlauf zu beobachten.

Wie oft muss ich Lagerpiraten ausbringen?

Lagerpiraten bleiben meist nicht dauerhaft. Bring sie deshalb nach 3 bis 4 Wochen erneut aus, solange noch Larven oder Käfer auftauchen. Bei Wärme leben sie kürzer, dann eher nach 3 Wochen nachlegen.

Kann ich Lagerpiraten und Schlupfwespen gleichzeitig einsetzen?

Mit Lagererzwespen ja – die Wespen gehören nicht zur Beute der Lagerpiraten. Hast du zusätzlich Kleidermotten, kannst du Lagerpiraten an Teppichkanten und Fußleisten und Schlupfwespen-Karten im Kleiderschrank einsetzen. Wichtig ist nur, dass in der Zeit keine Insektensprays verwendet werden.

Wie werde ich Lagerpiraten wieder los?

Das musst du nicht: Finden Lagerpiraten keine Beute mehr, verschwinden sie von selbst. Sie gehen weder an Vorräte noch an Textilien und vermehren sich ohne Beutetiere nicht weiter.

Was sind die Nachteile von Lagerpiraten?

Sie brauchen Wärme ab etwa 18 bis 20 °C, wirken langsam und erreichen Larven tief in Objekten oder im Korn kaum. Einen starken Befall beseitigen sie nicht allein. Insektensprays und Kieselgur vertragen sie nicht.

Wie viele Lagerpiraten brauche ich?

Wir empfehlen ein Röhrchen pro 15 m² befallener Fläche. Bei mehreren befallenen Räumen gehört in jeden Raum mindestens ein Röhrchen, möglichst direkt an die Fundstellen.

Nützlinge sind lebende Tiere: direkt nach Erhalt ausbringen, nicht in offene Lebensmittel geben und nicht zusammen mit Insektensprays einsetzen.

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