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♥ Silberkraft Kollektion

Raupen

Raupen an Obstbäumen, Buchs, Gemüse und Ziersträuchern: Hier findest du Leimringe gegen den Frostspanner und zugelassene Mittel gegen frei fressende Raupen. Welche Raupe frisst und was bei ihr wirklich hilft, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

8 Produkte
Kauf-Ratgeber Raupen

Raupen bekämpfen: Erst bestimmen, dann gezielt handeln

Raupen fressen Knospen, Blätter und Früchte – welche Maßnahme hilft, hängt aber ganz davon ab, wer frisst und wo. Der Frostspanner wird im Herbst am Stamm abgefangen, Wickler sitzen unerreichbar in der Frucht, und Blattwespenlarven sehen nur aus wie Raupen. Hier findest du die Schnellwahl nach Fundort, alle Methoden im Vergleich und einen 5-Schritte-Plan.

Schnellwahl: Wo frisst die Raupe?

Obstbaum: Knospen und junge Blätter im Frühjahr zerfressen

Frostspanner: Leimring im Herbst

Grüne Raupen, die sich mit einem Buckel fortbewegen, fressen ab dem Austrieb an Knospen, Blüten und jungen Blättern – meist der Frostspanner. Seine Weibchen können nicht fliegen und kriechen ab Oktober den Stamm hinauf, um ihre Eier in der Krone abzulegen. Ein Leimring, den du Ende September oder Anfang Oktober lückenlos um den Stamm legst, fängt sie ab. Umwickle auch den Baumpfahl und entferne regelmäßig Laub, das als Brücke dient.

Buchsbaum mit Gespinsten und grünen Kotkrümeln

Buchsbaumzünsler: früh kontrollieren

Grüne Raupen mit schwarzen und weißen Längsstreifen fressen den Buchs von innen nach außen. Kontrolliere ab Mitte März wöchentlich das Innere der Pflanze. Was bei welchem Befall hilft, findest du in der Kollektion Buchsbaumzünsler; ein Mittel mit Bacillus thuringiensis ist dort für Buchsbaum im Freiland zugelassen.

Kohl, Salat oder Tomaten angefressen

Kohlweißling oder Eulenraupen

Raupen, die tagsüber offen auf Kohlblättern sitzen, sind meist Kohlweißlinge. Findest du tagsüber nur Löcher und Kot, fressen Eulenraupen wie Gemüseeule oder Kohleule – sie kommen erst in der Dämmerung. Absammeln und Kulturschutznetze helfen am meisten. Welche Mittel für welches Gemüse zugelassen sind, steht in der Kollektion Gemüseeule.

Weiße Schleier über ganzen Sträuchern

Gespinstmotten: meist abwarten

Dichte weiße Gespinste an Traubenkirsche, Pfaffenhütchen, Weißdorn oder Obstbäumen stammen meist von Gespinstmotten. Ihre Raupen haben keine Brennhaare, und Ziersträucher treiben nach dem Kahlfraß wieder aus. Mehr in der Kollektion Gespinstmotte. Nester an Eichen und Raupen mit langen Haaren dagegen nicht anfassen – das kann der Eichenprozessionsspinner sein.

Wurm in Apfel, Pflaume oder Zwetschge

Wickler: nicht von außen sprühen

Die Raupen von Apfel- und Pflaumenwickler fressen geschützt im Fruchtinneren – ein Spritzmittel erreicht sie dort nicht. Helfen kann, befallene Früchte früh zu entfernen, Fanggürtel aus Wellpappe am Stamm anzulegen und den Falterflug mit einer Pheromonfalle zu beobachten. Mehr dazu in den Kollektionen Apfelwickler und Pflaumenwickler.

Raupenähnliche Larven an Rosen oder Stachelbeeren

Erst Beine zählen: Blattwespe?

Haben die Larven mindestens sechs Paar Bauchfüße, sind es Afterraupen von Blattwespen – keine Schmetterlingsraupen. Mittel mit Bacillus thuringiensis wirken gegen sie nicht. Was stattdessen hilft, findest du in der Kollektion Blattwespe.

Raupen in der Wohnung

Motten oder ein verirrter Gast?

Kleine weißliche Raupen an Vorräten, an der Decke oder in Gespinsten im Küchenschrank stammen meist von Lebensmittelmotten, Löcher in Wolle und Teppich eher von Kleidermotten. Eine einzelne große braune Raupe hat sich dagegen meist nur verirrt, etwa die der Hausmutter – setz sie einfach nach draußen.

Alle Methoden im Vergleich

Gegen Raupen gibt es kein Mittel für alle Fälle. Mechanische Maßnahmen reichen oft aus; Pflanzenschutzmittel kommen nur in Frage, wenn sie für die Pflanze, den Ort und den Schädling zugelassen sind.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Absammeln und Herausschneiden Raupen, Gespinste und befallene Triebe werden entfernt. Bei leichtem Befall, an Gemüse am besten in der Dämmerung Raupen mit langen Haaren nie mit bloßen Händen anfassen. Befallenes Material über den Hausmüll entsorgen.
Leimring oder Raupenleim am Stamm Eine Klebebarriere fängt alles ab, was den Stamm hinaufkriecht – vor allem die flugunfähigen Frostspanner-Weibchen. Ende September bis zum Frühjahr an Obst- und Ziergehölzen Lückenlos anlegen, Baumpfahl einbeziehen, Laub und Schmutz regelmäßig entfernen. Gegen Falter, die in die Krone fliegen (z. B. Wickler), wirkt der Ring nicht.
Kulturschutznetz Ein engmaschiges Netz hält die Falter von den Pflanzen fern, sodass sie dort keine Eier ablegen. Gemüse, direkt nach dem Pflanzen bis zur Ernte Ränder dicht abschließen und das Netz nicht direkt auf die Blätter legen. Raupen, die schon auf den Pflanzen sind, werden mit eingeschlossen.
Bacillus thuringiensis (Xentari) Die Raupen nehmen den Wirkstoff beim Fressen der behandelten Blätter auf, stellen kurz danach den Fraß ein und sterben nach einigen Tagen. Bei jungen, frei fressenden Schmetterlingsraupen – zugelassen an Zierpflanzen, Kernobst und (gegen Eulenarten und andere freifressende Raupen) an Kohlgemüse, jeweils im Freiland Wirkt nur gegen Schmetterlingsraupen, nicht gegen Blattwespenlarven. Blätter gründlich benetzen, bei trockenem Wetter anwenden und jede neue Raupengeneration erneut behandeln.
Neem-Pflanzenschutzmittel (Azadirachtin) Der Wirkstoff stört Fraß und Entwicklung der Larven; sie sterben nach einigen Tagen. Laut Zulassung u. a. gegen beißende Insekten an Tomate, Gurke, Zucchini, Kürbis, Aubergine, Kopfkohl, Kräutern und Zierpflanzen Nur in den zugelassenen Kulturen und mit den Wartezeiten laut Etikett einsetzen.
Pheromonfalle Ein Sexuallockstoff zieht die Männchen einer bestimmten Art an. Zur Kontrolle des Falterflugs, z. B. bei Wicklern, Buchsbaumzünsler oder Kastanienminiermotte Fängt nur Männchen und mindert den Befall allein kaum – sie zeigt dir den richtigen Zeitpunkt für andere Maßnahmen.
Vögel und Gegenspieler fördern Meisen, Spatzen und andere Vögel füttern ihre Jungen mit Raupen; Schlupfwespen parasitieren Raupen und Puppen. Ganzjährig, z. B. mit Nistkästen und Hecken Senkt den Befallsdruck, ersetzt bei starkem Befall aber andere Maßnahmen nicht.
Hausmittel wie Spülmittel, Essig oder Haarspray Sollen Raupen verkleben oder vertreiben. Nicht empfehlenswert Selbst gemischte Spritzbrühen sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel und dürfen als solche nicht angewendet werden. Sie können zudem die Blätter schädigen.

Beispiel Frostspanner: Warum der Leimring im Herbst hilft

Lebenszyklus des Kleinen Frostspanners: flugunfähiges Weibchen mit Flügelstummeln unter einem Leimring am Apfelstamm, geflügeltes Männchen am Zweig, orangerote Eier an einer Knospe und grüne Spannerraupe mit Buckel auf angefressenen Apfelblättern
Lebenszyklus des Kleinen Frostspanners: flugunfähiges Weibchen mit Flügelstummeln unter einem Leimring am Apfelstamm, geflügeltes Männchen am Zweig, orangerote Eier an einer Knospe und grüne Spannerraupe mit Buckel auf angefressenen Apfelblättern

Der Kleine Frostspanner ist eine der häufigsten Raupen an Obstbäumen. Sein Lebenszyklus zeigt, warum der richtige Zeitpunkt entscheidet: Die Falter schlüpfen erst im Spätherbst, und die Weibchen erreichen die Krone nur zu Fuß. Mehr im Lexikon-Steckbrief Kleiner Frostspanner.

  • Falter im Spätherbst: Die Falter schlüpfen ab Oktober aus Puppen im Boden. Die Männchen fliegen, die Weibchen haben nur Flügelstummel und kriechen den Stamm hinauf zur Krone.
  • Eier in der Krone: Die Weibchen legen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Knospen und Zweige. Dort überwintern sie.
  • Raupen im Frühjahr: Mit dem Austrieb schlüpfen die grünen Raupen. Sie fressen Knospen, Blüten, junge Blätter und manchmal junge Früchte und bewegen sich mit einem typischen Buckel fort.
  • Verpuppung im Boden: Ab etwa Ende Mai lassen sich die ausgewachsenen Raupen an einem Faden zu Boden und verpuppen sich in der Erde. Pro Jahr gibt es eine Generation.

Daraus folgt: Ein Leimring, der rechtzeitig im Herbst hängt, fängt die Weibchen ab, bevor sie Eier ablegen. Im Frühjahr fressende Raupen erreichst du nur noch direkt an den Blättern.

In 5 Schritten gegen Raupen

  1. Schritt 1: Raupe bestimmen

    Schau dir Fraßbild, Pflanze und Tier an: Spannerraupe mit Buckel, Raupe im Gespinst, Raupe in der Frucht oder Larve mit vielen Beinpaaren? Davon hängt alles Weitere ab.

  2. Schritt 2: Mechanisch beginnen

    Sammle Raupen ab, schneide Gespinste und befallene Triebe heraus und entferne befallene Früchte. Im Gemüsebeet schützt ein Kulturschutznetz vor neuer Eiablage.

  3. Schritt 3: Im Herbst den Leimring anlegen

    An Obstbäumen ab Ende September einen Leimring lückenlos um Stamm und Baumpfahl legen und bis zum Frühjahr hängen lassen.

  4. Schritt 4: Nur bei Bedarf ein zugelassenes Mittel

    Bei starkem Befall ein Mittel wählen, das für Pflanze, Ort und Schädling zugelassen ist – Bacillus thuringiensis wirkt am besten bei jungen Raupen. Etikett und Wartezeit beachten.

  5. Schritt 5: Gegenspieler fördern und nachkontrollieren

    Häng Nistkästen auf und kontrolliere die Pflanzen in den folgenden Wochen weiter – viele Arten bilden mehrere Generationen im Jahr.

Merksätze

  • Erst bestimmen, dann handeln – jede Raupe braucht eine andere Maßnahme.
  • Leimringe helfen gegen den Frostspanner, nicht gegen Wickler.
  • Bacillus thuringiensis wirkt nur gegen Schmetterlingsraupen und am besten, solange sie jung sind.
  • Raupen in Früchten erreicht kein Spritzmittel – befallene Früchte entfernen.
  • Raupen mit langen Haaren an Eichen nicht anfassen.

Häufige Fragen zu Raupen im Garten

Wie erkenne ich, welche Raupe ich habe?

Achte auf drei Dinge: die Pflanze, das Fraßbild und das Tier selbst. Spannerraupen wie der Frostspanner bewegen sich mit einem Buckel fort. Gespinstmotten leben in Gruppen unter weißen Schleiern, der Buchsbaumzünsler frisst den Buchs von innen. Wickler sitzen in Äpfeln und Pflaumen, Eulenraupen fressen nachts an Gemüse. Larven mit mindestens sechs Paar Bauchfüßen sind Blattwespenlarven und keine Schmetterlingsraupen.

Wann bringe ich einen Leimring an?

Gegen den Frostspanner ab Ende September bis Anfang Oktober, bevor die flugunfähigen Weibchen den Stamm hinaufkriechen. Lege den Ring lückenlos an, beziehe den Baumpfahl ein und kontrolliere ihn regelmäßig auf Laub und Schmutz, die als Brücke dienen können. Laut Packungsangabe kannst du den Ring im Mai abnehmen oder austauschen, wenn er auch Ameisen vom Baum fernhalten soll.

Hilft ein Leimring gegen Apfelwickler oder Pflaumenwickler?

Kaum. Die Falter beider Wickler fliegen direkt in die Krone, ein Leimring fängt sie nicht. Ihre Raupen suchen nach dem Verlassen der Frucht am Stamm ein Versteck – dafür eignet sich ein Fanggürtel aus Wellpappe, den du regelmäßig kontrollierst. Mehr dazu in den Kollektionen Apfelwickler und Pflaumenwickler.

Wie wirkt ein Raupenmittel mit Bacillus thuringiensis?

Bacillus thuringiensis ist ein Bakterium, dessen Wirkstoffe die Raupen beim Fressen der behandelten Blätter aufnehmen. Sie hören kurz danach auf zu fressen und sterben nach einigen Tagen. Am besten wirkt das Mittel bei jungen Raupen und gut benetzten Blättern. Regen wäscht es ab, und es wirkt nicht vorbeugend – jede neue Raupengeneration muss erneut behandelt werden. Verwende es nur in den Kulturen, für die es laut Etikett zugelassen ist.

Wirken Raupenmittel auch gegen Blattwespenlarven?

Mittel mit Bacillus thuringiensis nicht – sie wirken nur gegen Schmetterlingsraupen. Blattwespenlarven erkennst du an mindestens sechs Paar Bauchfüßen. Was gegen sie hilft, findest du in der Kollektion Blattwespe.

Sind Raupen giftig?

Die meisten Gartenraupen sind für Menschen nicht gefährlich. Vorsicht gilt bei Raupen mit Brennhaaren wie dem Eichenprozessionsspinner: Seine Haare können Hautausschlag, Augenreizungen und Atembeschwerden auslösen, und sie bleiben auch in alten Nestern jahrelang wirksam. Solche Raupen und Nester nie selbst entfernen – wende dich an deine Gemeinde oder einen Fachbetrieb.

Helfen Hausmittel wie Spülmittel oder Haarspray gegen Raupen?

Davon raten wir ab. Selbst gemischte Spritzbrühen sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel und dürfen als solche nicht angewendet werden. Sie können außerdem die Blätter schädigen. Wirksamer und erlaubt sind Absammeln, Herausschneiden, Kulturschutznetze, Leimringe und – bei starkem Befall – zugelassene Mittel.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.

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