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Nager

Mäuse, Ratten, Wühlmäuse – oder doch Marder oder Maulwurf? Hier findest du Fallen, Köderstationen und Abwehrmittel, und welches Tier bei dir unterwegs ist und was erlaubt ist, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

35 Produkte
Ratgeber Nager & Co.

Maus, Ratte, Wühlmaus – oder gar kein Nager? Erst bestimmen, dann handeln

Nagespuren, Kot, Geräusche unter dem Dach oder Erdhügel im Rasen: Welches Tier dahintersteckt, entscheidet über den richtigen Weg. Mäuse, Ratten und Wühlmäuse darfst du bekämpfen. Marder unterliegen dem Jagdrecht, Maulwürfe, Siebenschläfer und Spitzmäuse sind besonders geschützt – sie darfst du nur vertreiben. Die Schnellwahl führt dich zur passenden Seite, darunter findest du alle Methoden im Vergleich und die wichtigsten Arten zum Erkennen.

Zum Ratgeber Ratten & Mäuse →

Schnellwahl: Was hast du entdeckt?

Kot und Nagespuren in Küche oder Vorratsraum

Hausmaus: Schlagfallen an die Wand, Vorräte sichern

Kleiner, spitzer Kot von 3 bis 5 mm und angenagte Verpackungen sprechen für Hausmäuse. Füll Vorräte und Tierfutter in dicht schließende Dosen um und stell mehrere Schlagfallen direkt an die Wand, dort, wo du Spuren findest. Wer Mäuse nicht töten möchte, kontrolliert eine Lebendfalle alle paar Stunden. Alles Weitere auf der Seite Ratten & Mäuse.

Ratte im Keller, im Hof oder an der Mülltonne

Wanderratte: Station mit Rattenfalle, Futterquellen weg

Ratten hinterlassen Kot bis etwa 2 cm Länge und nutzen feste Laufwege an Wänden. Sie sind misstrauisch: Stell eine Station mit Rattenfalle an den Laufweg und biete den Köder zuerst ein paar Tage an, ohne die Falle zu spannen. Abfälle gehören in verschlossene Tonnen. Bei mehreren Ratten hilft ein Schädlingsbekämpfer, in manchen Gemeinden ist ein Befall meldepflichtig. Mehr unter Ratten & Mäuse.

Pflanzen welken, Wurzeln und Blumenzwiebeln angefressen

Wühlmaus: Gänge prüfen, Falle stellen

Wühlmäuse leben fast nur unterirdisch und fressen Wurzeln, Knollen und Blumenzwiebeln. Ihre Erdhaufen sind flach und liegen seitlich neben dem Gang, der Gang ist hochoval. Öffne einen Gang: Ist er nach einigen Stunden wieder verschlossen, ist er bewohnt – dort stellst du die Falle. Alles Weitere auf der Seite Wühlmäuse vertreiben.

Runde Erdhügel mitten im Rasen

Maulwurf: besonders geschützt – nur vertreiben

Hohe, runde Hügel direkt über dem Gang ohne angefressene Pflanzen stammen vom Maulwurf. Er ist kein Nager, sondern ein Insektenfresser, und besonders geschützt: Fangen, Verletzen oder Töten ist verboten, auch das Zerstören seines Baus. Erlaubt ist, ihn mit Geruch zu vergrämen. Wie das geht, steht auf der Seite Maulwürfe vertreiben.

Nachts Poltern und Kratzen auf dem Dachboden

Marder oder Siebenschläfer? Erst bestimmen

Lautes Poltern, Kot mit Haaren oder Kernen an festen Stellen und angefressene Kabel im Auto deuten auf einen Marder hin. Er ist kein Nager und unterliegt dem Jagdrecht – du darfst ihn nur vertreiben und Zugänge verschließen. Keckernde Geräusche im Spätsommer und Tiere mit buschigem Schwanz sprechen für Siebenschläfer, die besonders geschützt sind. Mehr auf der Seite Marder vertreiben.

Mäusen vorbeugen

Zugänge abdichten, Futter wegräumen

Mäuse passen durch Öffnungen von etwa 6 mm. Schließ Lücken an Türen, Rohrdurchführungen und Lüftungsschlitzen mit Metallgitter, Lochblech oder Stahlwolle – Bauschaum allein nagen sie durch. Räum Tierfutter, Vogelfutter und Abfälle weg. Ein Abwehrspray kann Mäuse eher kurzfristig fernhalten, ersetzt aber weder Abdichten noch Fallen.

Alle Methoden im Vergleich

Welche Methode passt, hängt vom Tier ab. Mäuse, Ratten und Wühlmäuse darfst du fangen und bekämpfen, Maulwurf, Siebenschläfer und Spitzmäuse nur vertreiben, den Marder nur vergrämen und aussperren.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Zugänge abdichten, Futter wegräumen Ohne Zugang und Nahrung finden Nager keinen Grund zu bleiben. Immer – bei Befall und vorbeugend Mäuse passen durch etwa 6 mm. Metallgitter, Lochblech oder Stahlwolle verwenden. Löcher im Haus erst nach der Bekämpfung schließen.
Schlagfalle (auch in Station) Tötet das Tier schnell beim Auslösen. Mäuse und Ratten in Haus, Keller und Garten Direkt an die Wand auf den Laufweg stellen, täglich kontrollieren. In verschlossenen Stationen kommen Kinder und Haustiere nicht heran.
Lebendfalle Fängt das Tier unverletzt. Für Mäuse, wenn du sie nicht töten möchtest Alle paar Stunden kontrollieren, sonst verdursten oder unterkühlen die Tiere. Ausgesetzte Mäuse überleben oft nicht lange.
Wühlmausfalle Wird in einen bewohnten Gang gesetzt. Bei Wühlmäusen im Garten Vorher prüfen, ob der Gang bewohnt ist – und dass es kein Maulwurfgang ist.
Giftköder (Rodentizide) Das Tier frisst den Köder und stirbt nach einigen Tagen. Nur, wenn ein Befall festgestellt ist Viele Mittel dürfen nur Profis mit Sachkunde einsetzen. Privat nur laut Etikett zugelassene Köder, nur im Haus und direkt am Gebäude, immer in verschlossener Köderbox, nie vorbeugend dauerhaft.
Vergrämen mit Geruch Duftstoffe sollen Tiere von einer Stelle vertreiben. Maulwurf, Marder; bei Mäusen ergänzend Wirkt eher kurzfristig und muss nach Etikett erneuert werden. Beim Maulwurf die einzige erlaubte Methode.
Ultraschallgeräte Hohe Töne sollen Tiere vertreiben. Nicht empfohlen Eine verlässliche Wirkung ist nicht belegt, viele Tiere gewöhnen sich daran. Kann Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen stören.
Klebefallen Das Tier bleibt an einer Leimfläche hängen. Nicht erlaubt Für Mäuse und Ratten in Deutschland verboten, weil die Tiere qualvoll sterben.

Nicht jedes Nagetier ist ein Nager

Querschnitt einer Wand: Hausmaus mit nackten Jungtieren in einem Nest aus Papier- und Dämmresten hinter der Fußleiste, davor Mäusekot auf dem Boden
Querschnitt einer Wand: Hausmaus mit nackten Jungtieren in einem Nest aus Papier- und Dämmresten hinter der Fußleiste, davor Mäusekot auf dem Boden

Viele Tiere, die man im Haus oder Garten für „Nager“ hält, gehören zu ganz anderen Gruppen – mit anderen Regeln.

  • Echte Nager: Hausmaus, Wanderratte, Hausratte und Wühlmaus haben kräftige, ständig nachwachsende Nagezähne. Sie dürfen bekämpft werden, Tierschutz gilt trotzdem.
  • Marder: Der Steinmarder ist ein Raubtier aus der Familie der Marder und unterliegt dem Jagdrecht. Fangen dürfen ihn nur Berechtigte – du darfst ihn vergrämen und aussperren.
  • Maulwurf und Spitzmäuse: Beide sind Insektenfresser und keine Nager. Sie sind besonders geschützt und dürfen weder gefangen noch getötet werden.
  • Siebenschläfer: Er ist zwar ein Nagetier, aber besonders geschützt. Umsiedeln darf man ihn nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde, meist übernimmt das ein Fachbetrieb.

Daraus folgt: Erst das Tier anhand von Kot, Spuren und Geräuschen bestimmen – dann die erlaubte Methode wählen.

Wer war es? Die häufigsten Verursacher

Größe, Schwanz und Spuren verraten, wer bei dir unterwegs ist.

Hausmaus (Mus musculus domesticus) von der Seite
Hausmaus (Mus musculus domesticus) von der Seite

Hausmaus

Mus musculus

Größe
Körper 7–11 cm, Schwanz etwa gleich lang
Erkennungs­merkmal
Grau bis graubraun, spitze Schnauze, große Ohren, langer, fast nackter Schwanz
Typische Spuren
Kot 3–5 mm, an den Enden spitz; Nagespuren an Verpackungen

Was tun? Schlagfallen an die Wand stellen, Vorräte dicht verschließen.

Steckbrief im Lexikon →
Wanderratte (Rattus norvegicus) von der Seite
Wanderratte (Rattus norvegicus) von der Seite

Wanderratte

Rattus norvegicus

Größe
Körper 18–30 cm, Schwanz kürzer als der Körper
Erkennungs­merkmal
Kräftig, graubraun, stumpfe Schnauze, kleine runde Ohren
Typische Spuren
Kot bis etwa 2 cm, an den Enden abgerundet, oft gehäuft; Laufwege an Wänden

Was tun? Station mit Rattenfalle; bei mehreren Ratten einen Schädlingsbekämpfer beauftragen.

Steckbrief im Lexikon →
Große Wühlmaus (Schermaus) mit graubraunem Fell, stumpfem Kopf und kurzem Schwanz auf Gartenerde
Große Wühlmaus (Schermaus) mit graubraunem Fell, stumpfem Kopf und kurzem Schwanz auf Gartenerde

Große Wühlmaus (Schermaus)

Arvicola terrestris

Größe
Körper 12–24 cm, Schwanz 7–12 cm
Erkennungs­merkmal
Rattenähnlich mit großem, stumpfem Kopf, Ohren im Fell versteckt
Typische Spuren
Flache Erdhaufen seitlich neben dem Gang, angefressene Wurzeln und Zwiebeln

Was tun? Bewohnten Gang suchen und dort die Falle stellen.

Steckbrief im Lexikon →
Europäischer Maulwurf (Talpa europaea) mit schwarzem Fell und breiten Grabschaufeln auf Gartenerde
Europäischer Maulwurf (Talpa europaea) mit schwarzem Fell und breiten Grabschaufeln auf Gartenerde
Besonders geschützt

Maulwurf

Talpa europaea

Größe
13–17 cm, kurzer Schwanz
Erkennungs­merkmal
Samtiges, schwarzgraues Fell, schaufelartige Vorderbeine, winzige Augen – kein Nager
Typische Spuren
Hohe, runde Hügel direkt über dem Gang, Pflanzen nicht angefressen

Was tun? Besonders geschützt: nur vergrämen, nie fangen oder töten.

Steckbrief im Lexikon →
Steinmarder (Martes foina) mit weißem, gegabeltem Kehlfleck und heller Nase
Steinmarder (Martes foina) mit weißem, gegabeltem Kehlfleck und heller Nase

Steinmarder

Martes foina

Größe
40–50 cm, dazu buschiger Schwanz
Erkennungs­merkmal
Graubraun mit weißem, gegabeltem Kehlfleck – kein Nager, sondern Raubtier
Typische Spuren
Poltern auf dem Dachboden, Kot mit Haaren oder Kernen, angefressene Kabel im Auto

Was tun? Vergrämen und Zugänge verschließen; fangen dürfen nur Berechtigte.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten das Nager-Problem lösen

  1. Schritt 1: Spuren sichern

    Schau dir Kot, Nagespuren, Erdhaufen und Laufwege genau an und achte auf Geräusche und Uhrzeit. Fotos helfen beim Bestimmen.

  2. Schritt 2: Tier bestimmen

    Vergleich die Spuren mit den Arten oben. Bist du unsicher, ob ein geschütztes Tier dahintersteckt, frag einen Fachbetrieb oder die Naturschutzbehörde.

  3. Schritt 3: Futter und Zugänge wegnehmen

    Vorräte dicht verschließen, Abfälle und Tierfutter wegräumen, Lücken mit Metall abdichten. Das wirkt bei allen Tieren.

  4. Schritt 4: Erlaubte Methode wählen

    Mäuse, Ratten und Wühlmäuse mit Fallen bekämpfen, Maulwurf und Marder nur vergrämen. Die Detailseiten zeigen dir, wie es geht.

  5. Schritt 5: Kontrollieren und dranbleiben

    Kontrolliere Fallen täglich und sieh nach, ob neue Spuren auftauchen. Bei Ratten oder großem Befall hilft ein Schädlingsbekämpfer.

Merksätze

  • Erst bestimmen, dann handeln – nicht jedes Tier darf bekämpft werden.
  • Maulwurf, Siebenschläfer und Spitzmäuse sind besonders geschützt.
  • Marder unterliegen dem Jagdrecht: vergrämen und aussperren statt fangen.
  • Mäuse passen durch Öffnungen von etwa 6 mm.
  • Klebefallen sind für Mäuse und Ratten verboten.
  • Giftköder nur laut Etikett und immer in einer verschlossenen Köderbox.

Häufige Fragen zu Nagern in Haus und Garten

Wie unterscheide ich Mäusekot und Rattenkot?

Mäusekot ist 3 bis 5 mm lang und an den Enden spitz. Rattenkot der Wanderratte wird bis etwa 2 cm lang, ist an den Enden abgerundet und liegt oft gehäuft. Hausrattenkot ist schlank und an beiden Enden spitz. Marderkot ist größer, oft gedreht und enthält Haare, Federn oder Kerne.

Maulwurf oder Wühlmaus – wie erkenne ich den Unterschied?

Maulwurfshügel sind hoch, rund und liegen direkt über dem Gang, Pflanzen bleiben unbeschädigt. Wühlmaushaufen sind flach, liegen seitlich neben dem Gang und enthalten oft Pflanzenreste, dazu welken Pflanzen, weil die Wurzeln angefressen sind. Der Wühlmausgang ist hochoval, der Maulwurfgang eher queroval.

Darf ich einen Maulwurf fangen oder töten?

Nein. Der Maulwurf ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Verboten sind Fangen, Verletzen, Töten und das Zerstören seines Baus, auch mit Lebendfallen. Erlaubt ist, ihn mit Geruch zu vergrämen.

Ist ein Marder ein Nagetier?

Nein, der Marder ist ein Raubtier und unterliegt dem Jagdrecht. Fangen und töten dürfen ihn nur Berechtigte wie Jägerinnen und Jäger. Du darfst ihn vergrämen und Zugänge zu Dachboden oder Garage verschließen. Tu das nicht zwischen März und Juni, wenn Jungtiere im Versteck sein können.

Sind Klebefallen für Mäuse erlaubt?

Nein. Klebefallen für Mäuse und Ratten sind in Deutschland nicht erlaubt, weil die Tiere qualvoll verenden. Verwende Schlagfallen, die schnell töten, oder Lebendfallen, die du alle paar Stunden kontrollierst.

Helfen Ultraschallgeräte gegen Mäuse und Ratten?

Eine verlässliche Wirkung ist nicht belegt. Viele Tiere gewöhnen sich an den Ton. Außerdem können die Geräte Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster stören. Dauerhaft helfen Abdichten, Futter wegräumen und Fallen.

Wann brauche ich einen Schädlingsbekämpfer?

Bei Ratten, bei starkem oder wiederkehrendem Mäusebefall, in Lebensmittelbetrieben und immer dann, wenn Giftköder nötig wären, die nur Profis einsetzen dürfen. In manchen Gemeinden muss ein Rattenbefall gemeldet werden – frag beim Ordnungs- oder Gesundheitsamt nach.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

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