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Mehltau bekämpfen & loswerden

Mittel gegen Echten und Falschen Mehltau an Gemüse, Obst und Rosen – mit Netzschwefel, Kaliumhydrogencarbonat oder Azoxystrobin, jeweils für die Pflanzen, die auf dem Etikett stehen. Welche Maßnahme in deinem Fall passt, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

6 Produkte
Kauf-Ratgeber Mehltau

Mehltau bekämpfen: Was wirklich hilft

Ein weißer, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite ist meist Echter Mehltau. Gelbe Flecken oben und ein grauvioletter Belag auf der Unterseite deuten auf Falschen Mehltau hin. Die beiden Krankheiten brauchen unterschiedliches Wetter und unterschiedliche Mittel – hier findest du die Schnellwahl, alle Maßnahmen im Vergleich und einen 5-Schritte-Plan.

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

Weißer, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite

Echter Mehltau: früh handeln

Echter Mehltau sitzt auf der Blattoberfläche und lässt sich anfangs abwischen. Entferne befallene Blätter sofort und behandle bei Befallsbeginn mit einem Mittel, das für deine Pflanze gegen Echten Mehltau zugelassen ist – zum Beispiel mit Netzschwefel oder Kaliumhydrogencarbonat. Welche Pflanzen du behandeln darfst, steht auf dem Etikett.

Gurken, Zucchini oder Kürbis im Hochsommer

Blätter entfernen, nur bei Bedarf behandeln

An Gurkengewächsen tritt Echter Mehltau meist erst im Hochsommer auf. Oft reicht es, befallene Blätter zu entfernen und die Pflanzen gleichmäßig zu gießen und maßvoll zu düngen. Willst du behandeln, achte auf die zugelassene Kultur und auf die Wartezeit bis zur Ernte – bei Kaliumhydrogencarbonat ist es laut Etikett 1 Tag.

Gelbe Flecken oben, grauvioletter Belag unten

Falscher Mehltau: Blätter trocken halten

Falscher Mehltau braucht lange Blattnässe und kühl-feuchtes Wetter. Gieß nur am Boden, sorg für Abstand und Luft und entferne befallene Blätter. Netzschwefel und Kaliumhydrogencarbonat sind nur gegen Echten Mehltau zugelassen. Gegen Falschen Mehltau an Gurke und Salat ist Fungisan Gemüse-Pilzfrei zugelassen.

Rosen mit weißem Belag an Trieben und Knospen

Rosenmehltau: schneiden, früh behandeln

Der Rosenmehltau befällt nur Rosen und tritt oft nach warmen, trockenen Tagen mit kühlen Nächten auf – besonders an regengeschützten Stellen, etwa bei Kletterrosen an der Hauswand. Schneide befallene Triebspitzen heraus und behandle bei Befallsbeginn mit einem Mittel, das an Rosen gegen Echten Mehltau zugelassen ist. Für Neupflanzungen gibt es widerstandsfähige Sorten, zum Beispiel ADR-Rosen.

Apfel, Stachelbeere oder Weinrebe

Schnitt zuerst, dann behandeln

Am Apfel überwintert der Pilz in befallenen Triebspitzen, den sogenannten Mehltaukerzen – schneide sie spätestens bis zum Austrieb heraus. An Stachel- und Johannisbeeren tritt der Amerikanische Stachelbeermehltau auf, an Weinreben der Echte Rebenmehltau. Gegen Echten Mehltau an Beerenobst und Weinrebe gibt es Mittel mit Kaliumhydrogencarbonat oder Netzschwefel; prüf die Kultur auf dem Etikett.

Hausmittel wie Milch, Backpulver oder Neemöl

Keine zugelassenen Mittel

Milch, Backpulver oder Neemöl sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen Mehltau, und ihre Wirkung ist begrenzt. Mehr bringen ein luftiger Standort, gleichmäßiges Gießen und früh entfernte Blätter. Wenn du ein Mittel einsetzt, nimm eines, das für deine Pflanze gegen die jeweilige Mehltau-Art zugelassen ist.

Alle Maßnahmen im Vergleich

Echter und Falscher Mehltau sind verschiedene Erreger. Was gegen den einen hilft, wirkt gegen den anderen oft nicht – deshalb zuerst bestimmen, dann handeln.

MaßnahmeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Befallene Teile entfernen Nimmt dem Pilz die Sporen für neue Infektionen. Sofort bei den ersten Anzeichen, bei beiden Mehltau-Arten Nicht offen auf den Kompost legen: nur unter einer Erdschicht kompostieren oder über den Restmüll entsorgen.
Standort und Pflege Ein luftiger, nicht zu dichter Bestand trocknet schneller ab, gut versorgte Pflanzen sind widerstandsfähiger. Bei jeder Pflanzung Gleichmäßig gießen, am Boden statt über das Laub, keine überhöhte Stickstoffdüngung. Gegen Echten Mehltau Standorte mit starken Temperaturschwankungen meiden.
Widerstandsfähige Sorten Mehltautolerante oder -resistente Sorten werden deutlich seltener befallen. Bei Aussaat und Neupflanzung Die wichtigste vorbeugende Maßnahme – zum Beispiel mehltautolerante Gurken- und Zucchinisorten oder ADR-Rosen.
Netzschwefel Kontaktmittel: Der Belag auf dem Blatt hemmt das Auskeimen der Pilzsporen. Vorbeugend und bei Befallsbeginn gegen Echten Mehltau Nicht bei großer Hitze oder praller Sonne ausbringen; manche Pflanzen vertragen Schwefel schlecht. Gegen Falschen Mehltau nicht zugelassen.
Kaliumhydrogencarbonat Kontaktwirkung gegen Echte Mehltaupilze, laut Hersteller vorbeugend und bei Anfangsbefall. Echter Mehltau an Gemüse, Beerenobst, Rosen und Weinrebe – je nach Etikett Wartezeit laut Etikett 1 Tag. Bei Infektionsgefahr im Abstand von 7 bis 10 Tagen wiederholen und im Wechsel mit anderen Wirkstoffgruppen einsetzen.
Azoxystrobin (Fungisan Gemüse-Pilzfrei) Dringt ins Blatt ein und verteilt sich in der Pflanze; wirkt vor allem vorbeugend. Echter und Falscher Mehltau an Gurke, Echter Mehltau an Zucchini und an Tomate im Gewächshaus, Falscher Mehltau an Salat Höchstens 2 Behandlungen pro Kultur, nicht über 27 °C oder in praller Sonne. Wartezeit 3 Tage (Tomate, Gurke, Zucchini), 14 Tage (Salat).
Hausmittel (Milch, Backpulver, Neemöl) Werden oft empfohlen, sind aber keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel gegen Mehltau. Nicht empfohlen Die Wirkung ist begrenzt. Setz lieber auf Vorbeugung und auf ein für deine Pflanze zugelassenes Mittel.

So entsteht Mehltau

Zucchini- und Gurkenblatt mit weißem, mehligem Belag des Echten Mehltaus auf der Blattoberseite, an den Rändern beginnend vergilbt
Zucchini- und Gurkenblatt mit weißem, mehligem Belag des Echten Mehltaus auf der Blattoberseite, an den Rändern beginnend vergilbt

„Mehltau“ ist ein Sammelbegriff für zwei verschiedene Erregergruppen. Wer weiß, welche er vor sich hat, wählt die richtige Maßnahme.

  • Echter Mehltau lebt auf dem Blatt: Der Pilz wächst auf der Oberfläche und holt sich mit kleinen Saugorganen Nährstoffe aus den äußeren Zellschichten. Der Belag aus Pilzfäden und Sporen ist anfangs weiß, später grau bis braun; befallene Blätter vertrocknen.
  • Ein Schönwetterpilz: Echter Mehltau tritt vor allem in trocken-warmen Sommern auf. Der Wechsel von Feuchtigkeit und Trockenheit – etwa durch nächtlichen Tau – fördert ihn; Blattnässe braucht er zum Keimen nicht.
  • Jede Art hat ihre Pflanzen: Die einzelnen Mehltau-Arten sind sehr wirtsspezifisch. Der Rosenmehltau befällt nur Rosen und springt nicht auf Gurken oder Weinreben über.
  • Falscher Mehltau wächst im Blatt: Er dringt ins Blattgewebe ein und bildet seinen grauvioletten Rasen auf der Blattunterseite. Er braucht lange Blattnässe und kühl-feuchtes Wetter.
  • Überwinterung: Echte Mehltaupilze überdauern in Triebspitzen, Knospen und auf Pflanzenresten – am Apfel zum Beispiel in den Mehltaukerzen.

Daraus folgt: Erst bestimmen, dann handeln – gegen Echten Mehltau helfen andere Mittel als gegen Falschen.

Echter oder Falscher Mehltau?

So unterscheidest du die beiden Krankheiten auf einen Blick.

Gurkenblatt mit weißen, mehligen Flecken des Echten Mehltaus auf der Blattoberseite
Gurkenblatt mit weißen, mehligen Flecken des Echten Mehltaus auf der Blattoberseite

Echter Mehltau

Echte Mehltaupilze (Erysiphales)

Wetter
Warm und trocken, kühle taureiche Nächte
Schadbild
Weißer, mehliger, abwischbarer Belag, vor allem auf der Blattoberseite
Häufig an
Gurke, Zucchini, Kürbis, Erbse, Rose, Apfel, Stachelbeere, Weinrebe

Was tun? Befallene Teile entfernen, bei Befallsbeginn mit Netzschwefel oder Kaliumhydrogencarbonat behandeln – Kultur auf dem Etikett prüfen.

Gurkenblatt mit gelben, eckigen Flecken oben und grauviolettem Belag des Falschen Mehltaus auf der Unterseite
Gurkenblatt mit gelben, eckigen Flecken oben und grauviolettem Belag des Falschen Mehltaus auf der Unterseite

Falscher Mehltau

Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)

Wetter
Kühl und feucht, lange Blattnässe
Schadbild
Gelbe bis braune, oft eckige Flecken oben, grauvioletter Pilzrasen auf der Blattunterseite
Häufig an
Salat, Kohl, Gurke, Erbse, Weinrebe

Was tun? Blätter trocken halten, befallene Blätter entfernen. An Gurke und Salat ist Fungisan Gemüse-Pilzfrei zugelassen.

In 5 Schritten gegen Mehltau

  1. Schritt 1: Mehltau bestimmen

    Lässt sich der weiße Belag auf der Blattoberseite abwischen, ist es Echter Mehltau. Gelbe Flecken oben mit grauviolettem Belag unten zeigen Falschen Mehltau.

  2. Schritt 2: Befallene Teile sofort entfernen

    Schneide befallene Blätter und Triebspitzen ab. Kompostiere sie nur unter einer Erdschicht oder gib sie in den Restmüll.

  3. Schritt 3: Bedingungen ändern

    Gieß am Boden statt über das Laub, gib den Pflanzen Luft und dünge maßvoll. Gegen Falschen Mehltau ist es entscheidend, dass die Blätter schnell abtrocknen.

  4. Schritt 4: Bei Befallsbeginn gezielt behandeln

    Nimm ein Mittel, das für deine Pflanze gegen die jeweilige Mehltau-Art zugelassen ist, und wiederhole die Behandlung nach Etikett. Achte auf die Wartezeit bis zur Ernte.

  5. Schritt 5: Fürs nächste Jahr vorbeugen

    Wähle widerstandsfähige Sorten, schneide befallene Triebspitzen und Mehltaukerzen bis zum Austrieb heraus und räume Pflanzenreste nach der Ernte ab.

Merksätze

  • Echter Mehltau sitzt oben auf dem Blatt, Falscher Mehltau wächst im Blatt und zeigt sich unten.
  • Netzschwefel und Kaliumhydrogencarbonat sind nur gegen Echten Mehltau zugelassen.
  • Früh handeln: Fungizide schützen vor allem noch gesunde Pflanzenteile.
  • Widerstandsfähige Sorten sind die beste Vorbeugung.
  • Rosenmehltau befällt nur Rosen – andere Pflanzen steckt er nicht an.

Häufige Fragen zu Mehltau

Woran erkenne ich Echten und Falschen Mehltau?

Echter Mehltau bildet einen weißen, mehligen Belag vor allem auf der Blattoberseite, den du anfangs abwischen kannst; später wird er grau bis braun. Falscher Mehltau zeigt oben gelbe bis braune, oft eckige Flecken und auf der Blattunterseite einen grauvioletten Pilzrasen, der sich kaum abwischen lässt. Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Mittel gegen Echten Mehltau gegen Falschen nicht zugelassen sind.

Hilft Neemöl gegen Mehltau?

In Deutschland ist kein Neemöl als Pflanzenschutzmittel gegen Mehltau zugelassen. Zugelassene Neem-Pflanzenschutzmittel wirken gegen bestimmte Insekten, nicht gegen Pilze. Gegen Echten Mehltau gibt es Mittel mit Netzschwefel oder Kaliumhydrogencarbonat, gegen Falschen Mehltau an Gurke und Salat zum Beispiel Fungisan Gemüse-Pilzfrei.

Hilft Backpulver oder Milch gegen Mehltau?

Beides wird oft empfohlen, ist aber kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gegen Mehltau, und die Wirkung ist begrenzt. Mehr erreichst du mit einem luftigen Standort, gleichmäßigem Gießen und früh entfernten Blättern. Unsere zugelassenen Mittel enthalten Kaliumhydrogencarbonat – Backpulver ist dagegen eine Mischung aus Natron, Säuerungsmittel und Stärke.

Kann Mehltau von den Rosen auf das Gemüse übergehen?

Nein. Die Mehltau-Arten sind sehr wirtsspezifisch: Der Rosenmehltau befällt nur Rosen, der Gurkenmehltau nur Gurkengewächse. Steckt sich eine andere Pflanzenart an, ist es eine andere Mehltau-Art mit eigenen Bedingungen.

Kann ich Netzschwefel bei Hitze spritzen?

Besser nicht. Bei großer Hitze und praller Sonne kann Schwefel die Blätter schädigen, und manche Pflanzen vertragen ihn grundsätzlich schlecht. Spritz an milden Tagen, morgens oder abends, und halte dich an die Konzentrationen auf dem Etikett.

Darf ich Blätter mit Mehltau auf den Kompost geben?

Nicht offen obenauf. Kompostiere befallene Pflanzenteile nur, wenn du sie sofort mit Erde abdeckst – sonst gib sie in den Restmüll. So verhinderst du, dass die Sporen weiterfliegen.

Wann muss ich gegen Mehltau behandeln?

Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig und handle beim ersten Belag. Zugelassene Mittel wirken vor allem vorbeugend oder bei Befallsbeginn, bei starkem Befall kaum noch. An Gurkengewächsen tritt Mehltau oft erst im Hochsommer auf – dann reicht es häufig, befallene Blätter zu entfernen.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.

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