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Waschbären

Waschbären plündern Mülltonnen und ziehen gern auf Dachböden ein. Wie du Futterquellen und Zugänge sicherst und was du rechtlich beachten musst, zeigt dir die Schnellwahl weiter unten.

Ratgeber Waschbären

Waschbären am Haus: Was hilft?

Waschbären sind geschickte Kletterer und tauchen immer häufiger an Mülltonnen, im Garten und auf Dachböden auf. Sie unterliegen in fast allen Bundesländern dem Jagdrecht: Fallen aufstellen, fangen und töten dürfen nur Berechtigte. Am wirksamsten ist deshalb, ihnen Futter und Zugänge zu nehmen. Hier findest du die Schnellwahl, alle Methoden im Vergleich, den Unterschied zum Marder und einen 5-Schritte-Plan.

Zum Marder-Ratgeber →

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

Nachts poltert es laut auf dem Dachboden

Waschbär oder Marder? Spuren prüfen, dann Zugänge sichern

Waschbären sind deutlich größer und lauter als Marder. Typisch sind Latrinen, also Plätze mit viel Kot an einer Stelle, und Abdrücke wie kleine Hände mit fünf langen Fingern. Federn oder Beutereste sprechen eher für einen Marder, mehr dazu unter Marder. Leben Jungtiere auf dem Dachboden, wartest du, bis die Familie ausgezogen ist, bevor du Zugänge verschließt.

Mülltonne oder Gelbe Säcke sind nachts durchwühlt

Futterquellen sichern

Waschbären fressen fast alles und merken sich, wo es etwas zu holen gibt. Verschließ Müll- und Biotonnen fest, stell sie nicht direkt an Zäune oder Mauern, die als Kletterhilfe dienen, und stell Gelbe Säcke erst am Morgen der Abholung raus. Speisereste gehören nicht auf den Kompost.

Obst, Gartenteich oder Kaninchenstall werden geplündert

Fallobst sammeln, Teich und Stall sichern

Sammle Fallobst täglich auf und schütze Obstbäume zur Erntezeit mit glatten Blechmanschetten am Stamm. Hühner- und Kaninchenställe sicherst du mit stabilem Draht und Verschlüssen, die geschickte Pfoten nicht öffnen können. Teiche und Gehege lassen sich mit einem Elektrozaun schützen.

Du fütterst Katzen oder andere Tiere draußen

Futter abends reinholen

Tierfutter im Freien lockt Waschbären an. Füttere Haustiere drinnen oder räum Näpfe vor der Dämmerung weg. Katzenklappen verschließt du nachts oder nutzt eine Klappe, die nur deine Katze öffnet.

Du findest immer an derselben Stelle Kot

Latrine mit Schutz entfernen

Waschbären legen Latrinen an, die mehrere Tiere nutzen. Im Kot können Eier des Waschbärspulwurms stecken. Trag Einmalhandschuhe und eine Maske, feuchte den Kot an, damit kein Staub entsteht, entsorge ihn fest verschlossen im Restmüll und übergieß die Stelle mit kochendem Wasser. Kinder und Haustiere hältst du fern. Große Latrinen auf dem Dachboden überlässt du einem Fachbetrieb.

Ein Waschbär sitzt im Haus oder in einer Ecke fest

Abstand halten, Ausweg öffnen

Fass Waschbären nie an und dräng sie nicht in die Enge, sie können beißen. Öffne Türen oder Fenster nach draußen und lass dem Tier Ruhe. Kommt es nicht heraus oder ist es verletzt, wende dich an die Polizei oder die untere Jagdbehörde.

Alle Methoden im Vergleich

Gegen Waschbären hilft vor allem Vorbeugen. Ein Mittel, das für Waschbären ausgelobt ist, gibt es bei uns nicht.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Futterquellen entfernen Ohne Futter verliert ein Grundstück für Waschbären an Reiz. Immer, als erster Schritt Tonnen verschließen, Gelbe Säcke erst morgens rausstellen, keine Speisereste auf den Kompost, Tierfutter abends reinholen, Fallobst sammeln.
Kletterhilfen und Zugänge sichern Hält Waschbären vom Dach und aus dem Dachboden fern. Bei Spuren am Haus, nach dem Auszug der Tiere Glatte Blechmanschetten an Fallrohren und Blitzableitern, Äste mit Abstand zum Dach zurückschneiden, Efeu am Haus kürzen, Schornstein vom Fachbetrieb vergittern lassen, lose Ziegel befestigen. Vorher sicherstellen, dass kein Tier mehr drin ist.
Stören mit Licht und Radio Waschbären meiden unruhige Schlafplätze. Dachboden, Gartenhaus, solange keine Jungtiere da sind Ein laufendes Radio oder Licht auf dem Dachboden kann einen Waschbären zum Umzug bewegen. Während der Jungenaufzucht im Frühjahr und Sommer wartest du den Auszug der Familie ab.
Elektrozaun Ein kurzer Stromimpuls hält Waschbären von Teich, Beeten oder Ställen fern. Gartenteiche, Hühner- und Kaninchenställe Nur geprüfte Weidezaungeräte verwenden und sicher aufbauen, an Kinder und Haustiere denken.
Duftstoffe und Hausmittel Sollen Waschbären über den Geruch vertreiben. Nicht empfohlen Für Waschbären ist keine verlässliche Wirkung belegt. Marderabwehrmittel sind nicht für Waschbären ausgelobt.
Fallenfang Das Tier wird lebend gefangen. Nur durch Jagdausübungsberechtigte Fallen aufstellen, fangen und töten dürfen nur Berechtigte mit Jagdschein oder Fangjagd-Sachkunde, für Elterntiere gelten Schonzeiten. Der Fang kann Tage bis Wochen dauern und löst das Problem ohne gesicherte Zugänge nicht. Gefangene Waschbären dürfen nicht anderswo freigelassen werden.

So leben Waschbären

Waschbär klettert nachts an einem Fallrohr zur Dachrinne eines Einfamilienhauses, daneben eine geschlossene Mülltonne und ein Ast, der bis über das Dach reicht
Waschbär klettert nachts an einem Fallrohr zur Dachrinne eines Einfamilienhauses, daneben eine geschlossene Mülltonne und ein Ast, der bis über das Dach reicht

Der Waschbär stammt aus Nordamerika und lebt seit den 1930er-Jahren frei in Deutschland. Seine Lebensweise erklärt, warum Vorbeugen mehr bringt als Fangen.

  • Geschickter Kletterer: Mit seinen handähnlichen Vorderpfoten klettert der Waschbär an Fallrohren, Blitzableitern, Efeu und Bäumen aufs Dach und gelangt über Kamine oder lose Ziegel in den Dachboden.
  • Allesfresser mit gutem Gedächtnis: Waschbären fressen Obst, Nüsse, Insekten, Eier und Kleintiere ebenso wie Müll und Tierfutter. Ergiebige Futterstellen merken sie sich und kommen wieder.
  • Kinderstube im Frühjahr: Paarungszeit ist von Januar bis März. Nach rund 63 Tagen kommen meist 2 bis 4 Junge zur Welt, die etwa zwei Monate im Versteck bleiben, oft auf Dachböden oder in Schuppen.
  • Viele Tiere, gemeinsame Kotplätze: In Städten wie Kassel leben stellenweise bis zu 100 Waschbären pro Quadratkilometer. Sie nutzen gemeinsame Kotplätze, sogenannte Latrinen.

Daraus folgt: Nimm Waschbären Futter und Kletterhilfen, bevor sie sich einnisten. Ist eine Familie eingezogen, sicherst du die Zugänge erst nach ihrem Auszug.

Waschbär oder Marder?

Beide nutzen Dachböden, unterscheiden sich aber deutlich in Größe, Spuren und Kot.

Waschbär (Procyon lotor) mit schwarzer Gesichtsmaske und geringeltem Schwanz
Waschbär (Procyon lotor) mit schwarzer Gesichtsmaske und geringeltem Schwanz

Waschbär

Procyon lotor

Größe
Kopf-Rumpf 56–68 cm; 4–7 kg
Erkennungs­merkmal
Katzengroß und kräftig, schwarze Gesichtsmaske, buschiger Schwanz mit schwarzen Ringen; Abdrücke wie kleine Hände mit fünf langen Fingern
Vorkommen
Wälder in Wassernähe, Parks und Siedlungen; Dachböden, Schuppen, Kamine

Was tun? Futter und Zugänge entfernen. Fallen, Fang und Tötung nur durch Berechtigte nach Jagdrecht.

Steckbrief im Lexikon →
Steinmarder (Martes foina) mit weißem, gegabeltem Kehlfleck und heller Nase
Steinmarder (Martes foina) mit weißem, gegabeltem Kehlfleck und heller Nase

Steinmarder

Martes foina

Größe
40–50 cm, dazu 21–27 cm buschiger Schwanz; 1–2,4 kg
Erkennungs­merkmal
Schlank und graubraun, weißer, unten meist gegabelter Kehlfleck, fleischfarbene Nase
Vorkommen
Dachböden, Scheunen, Garagen, Holzstapel und Motorräume

Was tun? Federn, Eierschalen oder Beutereste auf dem Dachboden sprechen für einen Marder. Hilfe findest du unter Marder.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten Waschbären fernhalten

  1. Schritt 1: Hinweise deuten

    Lautes Poltern in der Nacht, Latrinen mit viel Kot an einer Stelle, durchwühlte Tonnen und handähnliche Spuren zeigen Waschbären an.

  2. Schritt 2: Futter wegnehmen

    Tonnen verschließen, Gelbe Säcke erst morgens rausstellen, Tierfutter abends reinholen, Fallobst sammeln und keine Speisereste auf den Kompost geben.

  3. Schritt 3: Auszug abwarten

    Lebt ein Waschbär im Dach, sperr ihn nicht ein. Ohne Jungtiere kannst du ihn mit Licht oder Radio stören, mit Jungtieren wartest du, bis die Familie ausgezogen ist.

  4. Schritt 4: Zugänge sichern

    Blechmanschetten an Fallrohren, Äste und Efeu zurückschneiden, Schornstein vergittern lassen und lose Ziegel befestigen.

  5. Schritt 5: Kot sicher entfernen

    Latrinen mit Handschuhen und Maske entfernen, den Kot vorher anfeuchten und fest verschlossen im Restmüll entsorgen. Große Mengen lässt du von einem Fachbetrieb beseitigen.

Merksätze

  • Waschbären unterliegen fast überall dem Jagdrecht, Fallen sind nichts für Laien.
  • Ohne Futter kein Waschbär: Tonnen, Tierfutter und Fallobst sichern.
  • Zugänge erst schließen, wenn kein Tier mehr im Dach ist.
  • Latrinen nur mit Handschuhen und Maske entfernen.
  • Gefangene Waschbären dürfen nicht anderswo freigelassen werden.

Häufige Fragen zu Waschbären

Wie vertreibe ich Waschbären?

Nimm ihnen Futter und Zugänge: Mülltonnen verschließen, Tierfutter und Fallobst wegräumen, Fallrohre mit Blechmanschetten sichern und Äste am Dach zurückschneiden. Auf dem Dachboden können Licht und ein laufendes Radio einen Waschbären zum Umzug bewegen, solange keine Jungtiere da sind. Für Duftstoffe und Hausmittel ist keine verlässliche Wirkung belegt.

Darf ich einen Waschbären fangen oder töten?

Nicht ohne Berechtigung. Waschbären unterliegen in fast allen Bundesländern dem Jagdrecht. Fallen aufstellen, fangen und töten dürfen nur Jägerinnen und Jäger oder Personen mit der vorgeschriebenen Fangjagd-Sachkunde, und auch für sie gelten Schonzeiten für Elterntiere. Gift oder eigenmächtige Abschüsse sind verboten. Wende dich an die untere Jagdbehörde oder einen Fachbetrieb.

Ist Waschbärkot gefährlich?

Im Kot kann der Waschbärspulwurm stecken, dessen Eier beim Menschen schwere Erkrankungen auslösen können. Infektionen sind in Europa bisher sehr selten. Trotzdem gilt: Kot nur mit Einmalhandschuhen und Maske entfernen, vorher anfeuchten, verschlossen im Restmüll entsorgen und die Stelle mit kochendem Wasser übergießen. Kinder und Haustiere hältst du fern.

Wohnt ein Waschbär oder ein Marder auf meinem Dachboden?

Waschbären sind viel größer und lauter, legen Latrinen mit viel Kot an einer Stelle an und hinterlassen handähnliche Abdrücke mit fünf langen Fingern. Bei Mardern findest du eher Beutereste wie Federn oder Eierschalen. Mehr zum Marder liest du auf der Seite Marder.

Was fressen Waschbären?

Fast alles: Obst, Nüsse, Getreide, Insekten, Regenwürmer, Frösche, Vogeleier, aber auch Müll, Kompostreste und Tierfutter. Deshalb hilft es am meisten, Futterquellen am Haus zu beseitigen.

Was mögen Waschbären nicht?

Unruhe, Licht und Lärm an ihrem Schlafplatz, glatte Flächen, an denen sie nicht hochklettern können, und Elektrozäune. Gerüche wie Essig oder Chili halten sie nach bisherigem Wissen nicht verlässlich fern.

Sind Waschbären in Deutschland geschützt?

Besonders geschützt sind sie nicht. Der Waschbär steht seit 2016 auf der EU-Liste invasiver Arten: Halten, Züchten und Freilassen sind verboten. Zugleich unterliegt er in fast allen Bundesländern dem Jagdrecht. Das Tierschutzgesetz gilt für ihn wie für jedes Wirbeltier.

Wie heißt der Waschbär wissenschaftlich?

Der Waschbär heißt Procyon lotor. Er gehört zur Gattung Procyon in der Familie der Kleinbären (Procyonidae) und stammt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika.

Waschbären unterliegen in fast allen Bundesländern dem Jagdrecht: Fang und Tötung nur durch Berechtigte. Gefangene Tiere dürfen nicht freigelassen werden.

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