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Wanzen bekämpfen

Stinkwanzen im Herbst, Bettwanzen im Schlafzimmer oder Feuerwanzen an der Hauswand: Hier erfährst du, welche Wanze du hast und was wirklich hilft. Den direkten Weg zur passenden Lösung zeigt dir die Schnellwahl unter dem Produkt.

1 Produkt
Bestimmungshilfe Wanzen

Wanzen erkennen: Welche Wanze ist das – und was hilft?

In Europa leben rund 700 Wanzenarten, doch nur wenige machen im Haus Probleme: Stinkwanzen suchen im Herbst ein Winterquartier, Bettwanzen saugen nachts Blut. Feuerwanzen und die meisten anderen Arten richten dagegen keinen Schaden an. Die Schnellwahl zeigt dir, welche Wanze du hast und was zu tun ist.

Zum Stinkwanzen-Ratgeber →

Schnellwahl: Wo hast du die Wanzen gefunden?

Viele Wanzen an Fenster, Fassade oder Rollladenkasten im Herbst

Stinkwanzen: Eintrittsstellen sichern

Marmorierte Baumwanze, Grüne Stinkwanze oder Amerikanische Kiefernwanze suchen im Herbst ein warmes Winterquartier. Fliegengitter anbringen, Ritzen abdichten und einzelne Tiere mit Glas und Pappe nach draußen bringen – nicht zerdrücken, sonst riecht es. Ein Duftstoff-Spray an den Eintrittsstellen hält sie fern. Alles Weitere unter Stinkwanzen.

Juckende Stiche, kleine rotbraune Tiere im Bett

Bettwanzen: erst sicher nachweisen

Bettwanzen sind 4–6 mm groß, flach, rotbraun und flügellos und verstecken sich tagsüber in Ritzen am Bett. Hinweise sind schwarze Kotpunkte, Häutungsreste und Eier an Matratzennähten und Lattenrost. Bei sicherem Befall hilft meist nur ein Fachbetrieb. Mehr unter Bettwanzen.

Rot-schwarze Wanzen in Gruppen an Hauswand, unter Linden oder Malven

Feuerwanzen: nicht bekämpfen

Feuerwanzen saugen an den Samen von Linden, Malven und Robinien. Sie stechen nicht, richten keinen Schaden an und vermehren sich nicht in der Wohnung. Eine Bekämpfung bringt nichts, weil immer neue Tiere nachkommen. Verirrte Tiere einsammeln oder absaugen, Fliegengitter halten sie draußen.

Wanzen an Gemüse, Beeren oder Obst

Absammeln und einnetzen

Stinkwanzen und Beerenwanzen saugen an Tomaten, Paprika, Beeren und Obst. Morgens absammeln und Pflanzen rechtzeitig mit engmaschigen Netzen schützen. Viele Wanzen im Garten sind Nützlinge, etwa Raub- und Blumenwanzen, die Blattläuse fressen. Mehr unter Stinkwanzen.

Wanzen in der Wohnung und ein Schwalben- oder Taubennest am Haus

Vogelwanzen: Naturschutzbehörde fragen

Schwalben- und Taubenwanzen sehen Bettwanzen sehr ähnlich. Sie wandern aus Nestern an Hauswand oder Dachstuhl in Wohnungen, wenn die Vögel fort sind. Nester von Schwalben und Mauerseglern sind geschützt – nicht selbst entfernen oder behandeln, sondern die Untere Naturschutzbehörde fragen. Mehr unter Bettwanzen.

Ist das überhaupt eine Wanze?

An Rüssel und Flügeln erkennen

Wanzen haben einen Saugrüssel, der in Ruhe unter dem Körper liegt. Bei den meisten Arten sind die Vorderflügel vorn ledrig und hinten häutig, sodass auf dem Rücken ein Dreieck oder X-Muster entsteht. Käfer haben harte Flügeldecken, die sich in einer geraden Naht treffen. Mehr unter Käfer.

Was hilft gegen Wanzen? Die Methoden im Vergleich

Welche Methode passt, hängt ganz von der Art ab: Stinkwanzen hält man draußen, Bettwanzen müssen aus ihren Verstecken geholt werden, und die meisten anderen Wanzen kann man in Ruhe lassen.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Einfangen und hinaustragen Einzelne Wanzen mit Glas und Pappe fangen oder absaugen. Stink-, Kiefern- und Feuerwanzen im Haus Nicht zerdrücken – viele Wanzen geben sonst ein übel riechendes Sekret ab. Den Staubsaugerbeutel danach verschlossen entsorgen.
Abdichten und Fliegengitter Verhindert, dass Wanzen im Herbst ins Haus kommen. Stinkwanzen, Kiefernwanzen, Feuerwanzen Vor dem Herbst anbringen. Ritzen an Fenstern, Rollladenkästen und Lüftungen schließen.
Duftstoff-Spray an Eintrittsstellen Der Geruch ist für Stinkwanzen unangenehm, sie meiden behandelte Stellen. Stinkwanzen an Fenstern und Fassade Wirkt vertreibend und nur, solange der Duft anhält – bei Bedarf laut Anleitung wiederholen.
Waschen, Trocknen, Einfrieren Hitze und Kälte töten Bettwanzen und ihre Eier. Bettwäsche, Kleidung, Kuscheltiere Bei 60 °C waschen, mindestens 30 Minuten heiß trocknen oder 72 Stunden bei −18 °C einfrieren.
Fachbetrieb Profis behandeln alle Verstecke mit Hitze, Kälte oder zugelassenen Mitteln und kontrollieren nach. Nachgewiesener Bettwanzenbefall Nicht auf Verdacht überall sprühen – das kann Bettwanzen in andere Räume treiben.
In Ruhe lassen Feuerwanzen, Grüne Stinkwanzen und die meisten Gartenwanzen schaden Haus und Mensch nicht. Garten, Hauswand, Balkon Eine Bekämpfung im Freien bringt nichts, weil immer neue Tiere nachkommen.

Wanzen im Haus: Wer kommt wann – und warum?

Sonnige Hausfassade mit Fenster und Rollladenkasten, an der sich mehrere Marmorierte Baumwanzen im Herbst sammeln
Sonnige Hausfassade mit Fenster und Rollladenkasten, an der sich mehrere Marmorierte Baumwanzen im Herbst sammeln

Wanzen machen keine vollständige Verwandlung durch: Die Larven sehen aus wie kleine Erwachsene ohne fertige Flügel. Ins Haus kommen sie aus ganz unterschiedlichen Gründen.

  • Herbst: Stink- und Kiefernwanzen suchen warme Verstecke zum Überwintern – an Fassaden, in Rollladenkästen und auf Dachböden. Im Haus legen sie keine Eier.
  • Frühjahr: Feuerwanzen werden an den ersten warmen Tagen aktiv und klettern oft in großer Zahl an sonnigen Hauswänden hoch.
  • Ganzjährig: Bettwanzen leben dort, wo Menschen schlafen, und saugen nachts Blut. Eingeschleppt werden sie meist mit Gepäck, Möbeln oder Kleidung.
  • Stinkdrüsen: Viele Wanzen geben bei Gefahr ein Sekret mit typischem Geruch ab, das Fressfeinde abschreckt – deshalb nie zerdrücken.

Daraus folgt: Erst die Art bestimmen. Eine gründliche Bekämpfung ist nur bei Bettwanzen nötig.

Welche Wanze ist das?

Die fünf Wanzen, nach denen am häufigsten gefragt wird. Der Steckbrief im Lexikon zeigt Aussehen und Lebensweise.

Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) von oben
Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) von oben

Marmorierte Baumwanze

Halyomorpha halys

Größe
ca. 15 mm
Erkennungs­merkmal
Braungrau marmoriert, schwarz-weiß gestreifte Fühler und schwarz-weiß gemusterte Seitenränder am Hinterleib
Typischer Fundort
Obstbäume, Ziergehölze, Gemüse; überwintert in Häusern und Gartenhütten

Was tun? Aus Asien eingeschleppt und im Herbst oft in großer Zahl an Häusern. Eintrittsstellen sichern. Mehr unter Stinkwanzen.

Steckbrief im Lexikon →
Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) von oben
Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) von oben

Grüne Stinkwanze

Palomena prasina

Größe
12–15 mm
Erkennungs­merkmal
Im Sommer hellgrün, zum Herbst hin bräunlich
Typischer Fundort
Gärten, Wälder und Wiesen; saugt gern an reifen Beeren

Was tun? Heimisch und im Haus nur ein Gast. Einzelne Tiere mit Glas und Pappe nach draußen bringen.

Steckbrief im Lexikon →
Amerikanische Kiefernwanze (Leptoglossus occidentalis) von oben
Amerikanische Kiefernwanze (Leptoglossus occidentalis) von oben

Amerikanische Kiefernwanze

Leptoglossus occidentalis

Größe
bis 20 mm
Erkennungs­merkmal
Lang gestreckt, rötlich- bis dunkelbraun, weißes Zickzackband auf den Flügeln, blattartig verbreiterte Hinterbeine
Typischer Fundort
Kiefern und andere Nadelbäume; sucht im Herbst Winterquartiere in Gebäuden

Was tun? Eine Randwanze, keine Stinkwanze. Mit Handschuhen absammeln oder abkehren.

Steckbrief im Lexikon →
Bettwanze (Cimex lectularius) von oben: flach-ovaler, rotbrauner Körper ohne Flügel
Bettwanze (Cimex lectularius) von oben: flach-ovaler, rotbrauner Körper ohne Flügel

Bettwanze

Cimex lectularius

Größe
4–6 mm, vollgesogen bis 9 mm
Erkennungs­merkmal
Flach, oval und rotbraun, ohne Flügel; nach dem Saugen rundlich und dunkelrot
Typischer Fundort
Ritzen in Lattenrost, Bettgestell, Matratzennähten, Sofa und Fußleisten

Was tun? Befall mit der Taschenlampe nachweisen, Textilien waschen und einen Fachbetrieb einbinden. Mehr unter Bettwanzen.

Steckbrief im Lexikon →
Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) von oben: rot-schwarz gemustert mit großem schwarzem Punkt auf jeder Flügeldecke
Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) von oben: rot-schwarz gemustert mit großem schwarzem Punkt auf jeder Flügeldecke

Feuerwanze

Pyrrhocoris apterus

Größe
10–13 mm
Erkennungs­merkmal
Leuchtend rot-schwarz gemustert, auf jeder Flügeldecke ein großer schwarzer Punkt; meist kurzflügelig und flugunfähig
Typischer Fundort
Unter Linden, Malven und Robinien, an sonnigen Hauswänden; überwintert in der Laubstreu

Was tun? Sticht nicht und richtet keinen Schaden an – nicht bekämpfen. Verirrte Tiere einsammeln und nach draußen bringen.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten richtig mit Wanzen umgehen

  1. Schritt 1: Art bestimmen

    Größe, Farbe, Form und Fundort verraten die Art. Flach, rotbraun und flügellos im Bett spricht für Bettwanzen, schildförmig an Fenstern im Herbst für Stinkwanzen.

  2. Schritt 2: Herkunft klären

    Kommen die Wanzen von draußen, aus einem Nest am Haus oder leben sie am Schlafplatz? Davon hängt ab, was zu tun ist.

  3. Schritt 3: Passend handeln

    Stink-, Kiefern- und Feuerwanzen einfangen und hinaustragen. Bei Bettwanzen Textilien waschen oder einfrieren und einen Fachbetrieb einbinden.

  4. Schritt 4: Eintrittsstellen sichern

    Fliegengitter anbringen, Ritzen an Fenstern und Rollladenkästen abdichten und Eintrittsstellen bei Stinkwanzen mit einem Duftstoff behandeln.

  5. Schritt 5: Kontrollieren

    Bei Bettwanzen den Schlafplatz in den folgenden Wochen regelmäßig absuchen und Klebefallen zur Kontrolle einsetzen.

Merksätze

  • Von rund 700 Wanzenarten machen im Haus nur wenige Probleme.
  • Wanzen nie zerdrücken – sie geben sonst ein übel riechendes Sekret ab.
  • Stinkwanzen und Feuerwanzen vermehren sich nicht im Haus.
  • Bei Bettwanzen hilft meist nur ein Fachbetrieb.
  • Schwalbennester sind geschützt – bei Vogelwanzen die Naturschutzbehörde fragen.

Häufige Fragen zu Wanzen

Welche Wanzen stechen Menschen?

Bettwanzen stechen und saugen Blut, meist nachts. Einige räuberische Wanzen, etwa die Kotwanze, können schmerzhaft stechen, wenn man sie in die Hand nimmt. Stinkwanzen, Feuerwanzen und Kiefernwanzen stechen Menschen nicht.

Sind Wanzen gefährlich?

Die meisten Wanzen schaden Menschen nicht. Stinkwanzen und Feuerwanzen übertragen keine Krankheiten und vermehren sich nicht im Haus. Bettwanzenstiche jucken und können bei manchen Menschen stärkere Hautreaktionen auslösen; eine Übertragung von Krankheiten durch Bettwanzen ist nicht nachgewiesen.

Was hilft gegen Wanzen im Haus?

Bei Stinkwanzen: einzelne Tiere einfangen, Fliegengitter anbringen, Ritzen abdichten und Eintrittsstellen mit einem Duftstoff behandeln. Bei Bettwanzen: Befall sicher nachweisen, Textilien bei 60 °C waschen oder einfrieren und einen Fachbetrieb beauftragen. Feuerwanzen und andere Gartenwanzen musst du nicht bekämpfen.

Muss ich Feuerwanzen bekämpfen?

Nein. Feuerwanzen stechen nicht, richten keinen Schaden an und vermehren sich nicht in der Wohnung. Eine Bekämpfung bringt meist nichts, weil immer neue Tiere aus der Umgebung nachkommen. Verirrte Tiere einsammeln und nach draußen bringen, Fliegengitter halten sie fern.

Wanzen im Bett – sind das immer Bettwanzen?

Nicht unbedingt. Im Herbst verirren sich auch Stinkwanzen ins Schlafzimmer. Bettwanzen erkennst du an der flachen, ovalen, rotbraunen Form ohne Flügel, an schwarzen Kotpunkten an Matratze und Lattenrost und an Stichen, die oft in Reihen liegen. Ist ein Schwalben- oder Taubennest am Haus, kann es auch eine Vogelwanze sein.

Warum riechen Wanzen so stark?

Viele Wanzen haben Stinkdrüsen. Bei Gefahr geben sie ein Sekret ab, das unangenehm riecht und Fressfeinde abschreckt. Wanzen deshalb nicht zerdrücken, sondern mit Glas und Pappe nach draußen bringen oder absaugen und den Beutel danach verschlossen entsorgen.

Was ist der Unterschied zwischen Wanze und Käfer?

Wanzen haben einen Saugrüssel und meist Vorderflügel, die vorn ledrig und hinten häutig sind; auf dem Rücken entsteht ein Dreieck oder X-Muster. Käfer haben kauende Mundwerkzeuge und harte Flügeldecken, die sich in einer geraden Naht treffen. Außerdem sehen junge Wanzen schon wie kleine Erwachsene aus, Käferlarven dagegen ganz anders.

Kommen die Wanzen jedes Jahr wieder?

Stinkwanzen und Kiefernwanzen suchen jeden Herbst neu nach Winterquartieren. Wer Fenster, Rollladenkästen und Ritzen rechtzeitig abdichtet und Fliegengitter anbringt, hat deutlich weniger Wanzen im Haus.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

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