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Schildläuse bekämpfen & loswerden

Braune oder graue Höcker an Stängeln und Blattadern sind meist Schildläuse. Wie du sie an Oleander, Zitrus, Ficus, Orchideen und anderen Zimmer- und Kübelpflanzen loswirst, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

4 Produkte
Kauf-Ratgeber Schildläuse

Schildläuse bekämpfen: So wirst du die braunen Höcker an Zimmer- und Kübelpflanzen los

Schildläuse sitzen unbeweglich unter einem festen Schild an Stängeln und Blattadern und werden deshalb oft erst spät bemerkt. Mit Abkratzen, einem zugelassenen Ölmittel und einer Wiederholung nach zwei Wochen bekommst du sie an Zimmer- und Kübelpflanzen in den Griff. Hier findest du die Schnellwahl für deine Situation, alle Methoden im Vergleich und einen 5-Schritte-Plan.

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

Braune, graue oder weißliche Höcker an Stängeln und Blattadern

Erst bestimmen: Schildläuse oder etwas anderes?

Lässt sich der Höcker mit dem Fingernagel abschieben und sitzt darunter ein weicher, gelblicher Körper, ist es eine Schildlaus. Gewölbte braune Schilde gehören zu den Napfschildläusen, flache, runde, weißgraue Schildchen zu den Deckelschildläusen. Weiße, watteartige Knäuel ohne festen Schild sind Wollläuse, winzige weiße Tiere, die beim Berühren auffliegen, sind Weiße Fliegen.

Eine befallene Zimmerpflanze mit festen Blättern, z. B. Ficus, Palme oder Lorbeer

Abkratzen und mit Paraffinöl-Spray behandeln

Stell die Pflanze getrennt und kratz die Schilde mit einer weichen Zahnbürste, einem Wattestäbchen oder dem Fingernagel ab. Danach sprühst du ein Paraffinöl-Mittel, das gegen Schildläuse an hartlaubigen Zierpflanzen zugelassen ist, tropfnass auf alle Pflanzenteile, auch auf die Blattunterseiten. Der ölige Belag legt sich über die Tiere. Nach 14 Tagen wiederholst du die Behandlung.

Schildläuse an Orchideen

Spray mit Pyrethrinen und Rapsöl, vorher an einem Blatt testen

An Orchideen sitzen oft Deckelschildläuse, zum Beispiel an den Blattunterseiten und in den Blattachseln. Ein Spray mit Pyrethrinen und Rapsöl ist gegen Schildläuse an Zierpflanzen im Zimmer zugelassen und laut Hersteller gut verträglich an Phalaenopsis, Dendrobium, Miltonia und Cambria. Andere Orchideen testest du zuerst an einem Blatt.

Oleander, Zitrus oder Lorbeer im Winterquartier

Stamm, Triebe und Blattunterseiten gründlich behandeln

Im hellen, warmen Winterquartier vermehren sich Schildläuse besonders gut. Kontrolliere Stamm, Triebe, Blattachseln und die Blattadern auf der Unterseite. Für mehrere große Kübelpflanzen ist ein Konzentrat zum Anmischen günstiger. Die Mittel sind nur an Zierpflanzen zugelassen: Früchte, die du essen willst, behandelst du damit nicht.

Schildläuse an Obstbäumen, Hortensien oder Eiben im Garten

Abbürsten und befallene Triebe zurückschneiden

Im Freiland sind die Mittel in diesem Raster nicht gegen Schildläuse zugelassen. Bürste die Schilde im Winter oder zeitigen Frühjahr mit einer festen Bürste ab und schneide stark befallene Triebe heraus. Weiße Wollpolster an Hortensien sind Eisäcke der Wolligen Napfschildlaus: Entferne sie, bevor im Frühsommer die Jungtiere schlüpfen. Marienkäfer und ihre Larven fressen Schildläuse.

Die Schildläuse kommen immer wieder

Wanderlarven abfangen und Nachbarpflanzen mitbehandeln

Die Eier liegen geschützt unter dem Schild der Mutter. Daraus schlüpfen winzige Wanderlarven, die ein bis zwei Tage umherlaufen und sich dann festsetzen. In diesem Stadium sind sie am leichtesten zu treffen. Deshalb wiederholst du die Behandlung nach Etikett, kontrollierst mehrere Wochen und schaust auch an den Nachbarpflanzen nach.

Alle Methoden im Vergleich

Der Schild schützt die erwachsenen Tiere und ihre Eier. Erfolgreich ist, wer die Schilde mechanisch entfernt, gezielt mit einem zugelassenen Mittel nachbehandelt und die nächste Generation abfängt.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Kontrollieren Schildläuse sitzen unbeweglich an Stängeln, Blattadern und Blattunterseiten und sehen oft wie Pflanzenteile aus. Regelmäßig, besonders im Winterquartier und bei neuen Pflanzen Klebrige Blätter und schwarzer Rußtau sind oft das erste Zeichen. Neue Pflanzen vor dem Einstellen genau ansehen.
Abkratzen und abbürsten Die Schilde werden mit Zahnbürste, Wattestäbchen oder Fingernagel abgelöst. Bei jedem Befall, an robusten Pflanzen auch als alleinige Maßnahme Gründlich auch an Blattunterseiten und in Astgabeln arbeiten. Winzige Larven werden dabei leicht übersehen.
Paraffinöl (Kontaktmittel) Der ölige Spritzbelag legt sich über die Tiere und ihre Schilde und erstickt sie. Schildläuse an hartlaubigen Zierpflanzen in Gewächshaus, Zimmer, Büro und auf dem Balkon Nur an Pflanzen mit festen Blättern, nicht in praller Sonne, Untergrund abdecken. Nach 14 Tagen wiederholen.
Pyrethrine mit Rapsöl (Kontaktmittel) Wirkt auf die Tiere, die beim Sprühen getroffen werden, vor allem auf die ungeschützten Wanderlarven. Schildläuse an Zierpflanzen in Gewächshaus, Zimmer, Büro und auf dem Balkon, auch an Orchideen Tropfnass sprühen, morgens oder abends. Je nach Schädling nach 3 bis 14 Tagen wiederholen.
Rückschnitt Stark befallene Triebe werden mit den Schildläusen entfernt. An Gehölzen im Garten und an stark befallenen Kübelpflanzen Schnittgut nicht auf den Kompost, sondern in den Hausmüll geben.
Gegenspieler (Nützlinge) Marienkäfer und ihre Larven sowie spezialisierte Schlupfwespen fressen oder parasitieren Schildläuse. Im Garten fördern; im Wintergarten werden spezialisierte Nützlinge auch gezielt eingesetzt Raubmilben, die gegen Spinnmilben oder Thripse eingesetzt werden, fressen keine Schildläuse.
Glasreiniger, Spiritus, Schmierseife und andere Hausmittel Selbst gemischte Lösungen sollen den Schild aufweichen. Nicht empfehlenswert Keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die Wirkung durch den Schild ist ungewiss, und Blätter können Schaden nehmen.

Entwicklung: Warum Schildläuse so hartnäckig sind

Schildläuse an einem Zweig: flache braune Napfschildläuse am Stängel, gewölbte dunkelbraune Schildläuse, kleine runde weißgraue Deckelschildläuse auf dem Blatt, gelbe Wanderlarven sowie Honigtau, Rußtau und eine Ameise
Schildläuse an einem Zweig: flache braune Napfschildläuse am Stängel, gewölbte dunkelbraune Schildläuse, kleine runde weißgraue Deckelschildläuse auf dem Blatt, gelbe Wanderlarven sowie Honigtau, Rußtau und eine Ameise

Schildläuse sind mit Blattläusen und Wollläusen verwandt. Die erwachsenen Weibchen haben keine Flügel, bewegen sich nicht mehr und leben gut geschützt unter ihrem Schild.

  • Napfschildläuse: Ihr gewölbter, meist brauner Schild ist die verhärtete Rückenhaut des Weibchens und wird bis etwa 5 mm groß. Sie scheiden klebrigen Honigtau aus, auf dem schwarzer Rußtau wächst.
  • Deckelschildläuse: Sie bauen einen flachen, oft runden oder kommaförmigen Schild aus Wachs, meist nur 1 bis 3 mm groß. Darunter sitzt der weiche Körper. Sie bilden keinen Honigtau, schwächen die Pflanze aber durch ihr Saugen.
  • Eier unter dem Schild: Das Weibchen legt seine Eier unter den eigenen Schild oder in einen weißen Eisack, manche Arten bringen lebende Junge zur Welt. Dort sind sie vor Sprays gut geschützt.
  • Wanderlarven: Die winzigen, gelblichen Junglarven laufen ein bis zwei Tage umher, setzen sich dann fest und bilden ihren eigenen Schild. So breitet sich der Befall auf Nachbarpflanzen aus.
  • Ameisen als Beschützer: Ameisen sammeln den Honigtau der Napfschildläuse und vertreiben dabei Gegenspieler. Viele Ameisen an einer Pflanze sind ein Hinweis auf saugende Läuse.

Daraus folgt: Erst abkratzen, dann gezielt behandeln und nach zwei Wochen wiederholen – so erwischst du auch die Wanderlarven, die unter den Schilden nachkommen.

In 5 Schritten Schildläuse loswerden

  1. Schritt 1: Isolieren

    Stell befallene Pflanzen getrennt und kontrolliere alle Pflanzen in der Nähe, auch an Stamm und Blattunterseiten.

  2. Schritt 2: Abkratzen

    Entferne die Schilde mit einer weichen Zahnbürste oder einem Wattestäbchen. Stark befallene Triebe schneidest du heraus.

  3. Schritt 3: Gezielt behandeln

    Sprüh ein Mittel, das gegen Schildläuse an deiner Pflanze zugelassen ist, tropfnass auf alle Pflanzenteile – bei Paraffinöl nur an Pflanzen mit festen Blättern und nicht in der Sonne.

  4. Schritt 4: Wiederholen

    Behandle nach Etikett erneut, bei Paraffinöl nach 14 Tagen. So triffst du die Wanderlarven, die unter den Schilden nachkommen.

  5. Schritt 5: Vorbeugen

    Prüf neue Pflanzen vor dem Einstellen, stell Kübelpflanzen hell und nicht zu warm ins Winterquartier und dünge maßvoll mit Stickstoff.

Merksätze

  • Lässt sich der Höcker abschieben und sitzt darunter ein weicher Körper, ist es eine Schildlaus.
  • Abkratzen vor dem Sprühen macht jede Behandlung wirksamer.
  • Am verletzlichsten sind die Wanderlarven – deshalb nach zwei Wochen wiederholen.
  • Die Mittel im Raster sind für Zierpflanzen im Haus, auf dem Balkon und im Gewächshaus gedacht, nicht für Obst zum Essen.
  • Viele Ameisen an einer Pflanze verraten oft saugende Läuse.

Häufige Fragen zu Schildläusen

Woran erkenne ich Schildläuse?

Achte auf kleine, gewölbte oder flache Höcker von etwa 1 bis 5 mm an Stängeln, entlang der Blattadern und auf Blattunterseiten. Sie sind braun, grau oder weißlich und bewegen sich nicht. Schiebst du einen Höcker mit dem Fingernagel ab, siehst du darunter einen weichen, gelblichen Körper. Klebrige Blätter, schwarzer Rußtau und gelbe, abfallende Blätter sind typische Folgen.

Hilft Neemöl gegen Schildläuse?

Pflanzenschutzmittel mit dem Neem-Wirkstoff Azadirachtin wirken laut Hersteller gegen Schmier- und Schildläuse nur befallsmindernd. Neemöl zur Pflanzenpflege ist kein Pflanzenschutzmittel und nicht zur Bekämpfung gedacht. Gezielter sind Mittel mit Paraffinöl oder mit Pyrethrinen und Rapsöl, die ausdrücklich gegen Schildläuse an Zierpflanzen zugelassen sind.

Hilft Glasreiniger gegen Schildläuse?

Davon raten wir ab. Glasreiniger enthält Alkohol, Tenside und weitere Stoffe, die für Pflanzen nicht gedacht sind und Blätter schädigen können. Er ist kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel und dringt kaum durch den Schild. Besser: Schilde abkratzen und danach ein gegen Schildläuse zugelassenes Mittel verwenden.

Helfen Schmierseife, Essig, Haarspray oder Speiseöl gegen Schildläuse?

Selbst angesetzte Mischungen sind keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Ihre Wirkung durch den Schild ist ungewiss, die Dosierung schwer zu treffen, und empfindliche Blätter können Flecken bekommen oder verbrennen. Verwende besser ein Mittel, das gegen Schildläuse an deiner Pflanze zugelassen ist, und entferne die Schilde vorher mechanisch.

Helfen Raubmilben oder Nematoden gegen Schildläuse?

Nein. Die Raubmilben in unserem Sortiment werden gegen Spinnmilben, Thripse, Weiße Fliege oder Trauermücken eingesetzt, Nematoden gegen Larven im Boden. Gegen Schildläuse sind spezialisierte Gegenspieler wie bestimmte Marienkäfer und Schlupfwespen bekannt, die vor allem im Wintergarten und Gewächshaus eingesetzt werden.

Woher kommen Schildläuse plötzlich?

Meist werden sie mit neu gekauften Pflanzen eingeschleppt oder wandern als winzige Larven von einer befallenen Nachbarpflanze herüber. Warme, trockene Luft im Winterquartier und weiches, stickstoffreiches Pflanzengewebe fördern ihre Vermehrung. Weil die Tiere unbeweglich sind, fällt ein Befall oft erst auf, wenn er schon größer ist.

Was tun gegen Schildläuse am Oleander?

Kratz die Schilde ab, vor allem an Trieben und entlang der Blattadern, und schneide stark befallene Triebe zurück. Oleander hat feste Blätter, deshalb eignen sich Paraffinöl-Mittel, die gegen Schildläuse an hartlaubigen Zierpflanzen zugelassen sind. Behandle im Winterquartier, auf dem Balkon oder im Gewächshaus und wiederhole nach 14 Tagen.

Warum sind Ameisen an meiner Pflanze?

Ameisen sammeln den zuckerhaltigen Honigtau, den Napfschildläuse, Wollläuse und Blattläuse ausscheiden. Dabei schützen sie die Läuse vor Gegenspielern. Findest du viele Ameisen an einer Pflanze, sieh dir Stängel und Blattunterseiten genau an. Bei Ameisen im Haus hilft dir unsere Seite zur Ameisenbekämpfung.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.

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