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Pferde

Bremsen, Mücken, Gnitzen und Grasmilben: Hier findest du Repellents für Pferd und Reiter, dazu Pflege für Huf, Fell und Lederzeug. Was in deinem Fall hilft, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

26 Produkte
Ratgeber Pferde

Insektenschutz und Pflege fürs Pferd: Was hilft?

Bremsen auf der Weide, Mücken und Gnitzen in der Dämmerung, Stechfliegen im Stall und Grasmilben im Spätsommer: Jeder Plagegeist hat seine Zeit und seinen Ort. Am besten schützt du dein Pferd mit einer Kombination aus Decke und Maske, einem Repellent für die freien Stellen und klugen Weidezeiten. Hier findest du die Schnellwahl, alle Methoden im Vergleich, die häufigsten Plagegeister und einen 5-Schritte-Plan, dazu Produkte für Huf, Fell und Leder.

Zum Ratgeber Bremsen & Insektenschutz →

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

In der Dämmerung schwirren Mücken und Gnitzen, dein Pferd scheuert sich an Mähne und Schweif

Dämmerung meiden, feinmaschig abdecken, Tierarzt fragen

Gnitzen und Mücken stechen vor allem morgens und abends bei Windstille. Hol dein Pferd in dieser Zeit in den Stall oder nutz eine feinmaschige Ekzemerdecke. Freie Stellen behandelst du mit Spray oder Lotion. Scheuert sich dein Pferd kahl, lass abklären, ob ein Sommerekzem dahintersteckt.

Im Spätsommer juckt es deinem Pferd an Beinen, Bauch und Maul

Herbstgrasmilben: Beine schützen, Weide wechseln

Die orangeroten Larven der Herbstgrasmilbe sitzen im Gras und befallen vor allem Fesseln, Beine und Maul. Ein Repellent vor dem Weidegang hält sie fern. Kurz gemähte Weiden und trockene Paddocks verringern den Kontakt. Bei Krusten, nässenden Stellen oder Mauke geh in die Tierarztpraxis. Mehr unter Milben.

Nach dem Ausritt durch Wald und hohes Gras

Pferd auf Zecken absuchen

Zecken setzen sich gern in Fesselbeugen, an Bauch, Euter oder Schlauch, am Mähnenkamm und am Kopf fest. Such dein Pferd nach jedem Ausritt ab und entferne Zecken mit einer Zange. Ein Repellent, dessen Etikett Zecken nennt, ergänzt den Schutz. Mehr unter Zecken.

Du selbst wirst beim Reiten und im Stall gestochen

Lange Kleidung und Hautrepellent

Trage lange, dichte und eher helle Kleidung. Unbedeckte Haut behandelst du mit einem Repellent für Menschen und erneuerst es nach dem Schwitzen. Die Hinweise zu Kindern stehen auf dem Etikett.

Du suchst Pflege für Huf, Fell und Lederzeug

Regelmäßig pflegen, Probleme früh erkennen

Kratz die Hufe täglich aus und halte die Einstreu trocken. Huföl und Strahlspray pflegen das Horn. Riecht der Strahl faulig oder wird er weich, ruf Hufschmied oder Tierarzt. Gewaschen wird nur bei Bedarf, Lederzeug reinigst du nach dem Reiten und ölst es regelmäßig.

Alle Methoden im Vergleich

Gegen stechende Insekten am Pferd wirkt nicht ein einzelnes Mittel. Mechanischer Schutz kommt zuerst, Repellents ergänzen ihn, und gutes Stall- und Weidemanagement nimmt den Plagegeistern ihre Brutplätze.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Fliegendecke, Maske, Ekzemerdecke Dichter oder feinmaschiger Stoff hält Stechrüssel von der Haut fern. Weidegang und Paddock; Ekzemerdecke in der Dämmerung Gut anpassen und täglich auf Scheuerstellen prüfen. Gegen Gnitzen braucht es besonders feine Maschen.
Repellent fürs Pferd Ein Wirkstoff wie IR3535 oder Geraniol hält Insekten und Milben auf Abstand, ohne sie zu töten. Freie Stellen: Kopf, Hals, Bauch, Beine; vor Weidegang und Ausritt Nach Schwitzen, Regen oder Waschen erneuern. Augen und Nüstern aussparen, am Kopf mit Schwamm oder Tuch auftragen, vorher an einer kleinen Stelle testen. Gegen Bremsen wirken Repellents schwächer und kürzer als gegen Mücken.
Weidezeiten und Stall Weniger Kontakt in den Stunden, in denen die Plagegeister fliegen. Bremsen tagsüber an schwülen Tagen, Gnitzen und Mücken in der Dämmerung Bei Bremsendruck früh morgens oder nachts auf die Weide, bei Gnitzen in der Dämmerung in den Stall. Ein schattiger Unterstand gibt Rückzug.
Mist- und Weidemanagement Stechfliegen entwickeln sich im Mist, Bremsen und Gnitzen in feuchter Erde. Stall, Paddock und Weiden mit nassen Stellen Mist häufig entfernen und den Misthaufen abseits anlegen. Pfützen und Wasserlachen trockenlegen. Teiche, Bäche und geschützte Feuchtgebiete bleiben unangetastet.
Putzen und Absuchen Zecken und Lausfliegen entfernst du direkt vom Pferd. Täglich, nach jedem Ausritt Fesselbeugen, Bauch, Innenschenkel, Schweifrübe und Kopf absuchen. Dabei fallen auch Krusten und Hautveränderungen früh auf.
Tierarzneimittel Wirkstoff wird am oder im Pferd angewendet und behandelt eine Erkrankung oder einen Befall. Sommerekzem, Räude, Mauke, nässende oder verkrustete Haut, Fieber Nur über die Tierarztpraxis. Repellents und Pflegeprodukte sind keine Arzneimittel.
Hausmittel (Kokosöl, Essig, ätherische Öle) Sollen Insekten und Milben fernhalten. Nicht empfohlen Eine Wirkung ist nicht belegt, Menge und Verträglichkeit sind nicht geprüft. Ätherische Öle und Essig können die Haut reizen.

Wann welche Plagegeister unterwegs sind

Pferd mit Fliegendecke und Fliegenmaske grast auf einer Sommerweide am Waldrand mit Teich, umschwirrt von einigen Bremsen
Pferd mit Fliegendecke und Fliegenmaske grast auf einer Sommerweide am Waldrand mit Teich, umschwirrt von einigen Bremsen

Bremsen, Gnitzen, Stechfliegen und Grasmilben haben ihre eigenen Zeiten und Orte. Wer sie kennt, schützt sein Pferd gezielt statt dauernd.

  • Bremsen: tagsüber auf der Weide: Bremsen fliegen etwa von April bis Oktober, am stärksten im Hochsommer an schwülwarmen Tagen und vor Gewittern. Sie leben an Waldrändern und Feuchtwiesen, nur die Weibchen stechen.
  • Gnitzen: in der Dämmerung: Die nur 1 bis 3 Millimeter kleinen Gnitzen sind bei Windstille und schwülwarmem Wetter besonders aktiv, vor allem am Abend. Ihre Larven leben in feuchter Erde, modernden Pflanzen und Kompost.
  • Wadenstecher: im Stall: Die Stechfliege sieht aus wie eine Stubenfliege, sticht aber schmerzhaft, vor allem in die Beine. Sie entwickelt sich im Mist und tritt im Spätsommer und Herbst in Ställen auf.
  • Herbstgrasmilben: im Gras: Nur die Larven der Herbstgrasmilbe saugen, vor allem vom Hochsommer bis in den Herbst. Sie warten im Gras und befallen Beine, Bauch und Maul.

Daraus folgt: Tagsüber schützt du gegen Bremsen auf der Weide, in der Dämmerung gegen Mücken und Gnitzen, im Stall gegen Fliegen aus dem Mist.

Welcher Plagegeist ist das?

Diese fünf Blutsauger begegnen Pferden in Deutschland am häufigsten. Woran du sie erkennst und was du tun kannst:

Pferdebremse (Tabanus sudeticus) von oben
Pferdebremse (Tabanus sudeticus) von oben

Bremsen

Tabanidae

Größe
8–25 mm je nach Art
Erkennungs­merkmal
Kräftige Fliegen mit auffallend großen Augen; stechen schmerzhaft, Stiche bluten oft nach
Vorkommen
Weiden, Waldränder, Feuchtwiesen; tagsüber, besonders an schwülen Sommertagen

Was tun? Fliegendecke, Maske und Repellent kombinieren, Weidegang in die kühleren Tagesrandzeiten legen. Mehr unter Bremsen.

Steckbrief im Lexikon →
Gnitze (Culicoides) von oben mit gefleckten, übereinanderliegenden Flügeln
Gnitze (Culicoides) von oben mit gefleckten, übereinanderliegenden Flügeln

Gnitzen

Culicoides

Größe
1–3 mm
Erkennungs­merkmal
Winzige Mücken, Flügel gefleckt und in Ruhe flach übereinandergelegt
Vorkommen
Feuchte Wiesen, Moore, Kompost; vor allem in der Dämmerung bei Windstille

Was tun? Pferde in der Dämmerung in den Stall holen oder mit einer feinmaschigen Ekzemerdecke schützen. Ein Sommerekzem lässt du tierärztlich abklären.

Steckbrief im Lexikon →
Wadenstecher (Stomoxys calcitrans) von oben mit nach vorn ragendem Stechrüssel
Wadenstecher (Stomoxys calcitrans) von oben mit nach vorn ragendem Stechrüssel

Wadenstecher (Stechfliege)

Stomoxys calcitrans

Größe
6–7 mm
Erkennungs­merkmal
Wie eine Stubenfliege, aber mit einem nach vorn ragenden, spitzen Stechrüssel
Vorkommen
Ställe und Mistplätze; vor allem im Spätsommer und Herbst

Was tun? Mist häufig entfernen und abseits lagern, im Stall Fliegenfallen nutzen. Mehr unter Fliegen.

Steckbrief im Lexikon →
Pferdelausfliege (Hippobosca equina) von oben, flach und rotbraun mit gelben Flecken
Pferdelausfliege (Hippobosca equina) von oben, flach und rotbraun mit gelben Flecken

Pferdelausfliege

Hippobosca equina

Größe
ca. 8 mm
Erkennungs­merkmal
Flach und lederartig, rotbraun mit gelben Flecken, kräftige Beine mit Krallen; krabbelt seitwärts
Vorkommen
Am Pferd, bevorzugt an dünn behaarten Stellen wie Schweifrübe, Innenschenkel und Bauch; im Sommer

Was tun? Beim Putzen gezielt absuchen und die Fliegen absammeln. Sie lassen sich schwer zerdrücken, deshalb in einem Gefäß entsorgen.

Steckbrief im Lexikon →
Larve der Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) von oben, orangerot mit sechs Beinen
Larve der Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) von oben, orangerot mit sechs Beinen

Herbstgrasmilbe

Neotrombicula autumnalis

Größe
Larve 0,2–0,3 mm
Erkennungs­merkmal
Larve leuchtend orangerot mit sechs Beinen, oft in Grüppchen an Fesseln und Maul
Vorkommen
Wiesen und Weiden; vom Hochsommer bis in den Herbst

Was tun? Beine vor dem Weidegang mit einem Repellent schützen, Weiden kurz halten. Bei Krusten oder nässenden Stellen zum Tierarzt.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten zu mehr Ruhe für dein Pferd

  1. Schritt 1: Plagegeist erkennen

    Achte auf Tageszeit, Ort und Stichbild: Bremsen tagsüber auf der Weide, Gnitzen in der Dämmerung, Wadenstecher im Stall an den Beinen, Grasmilben im Spätsommer an Fesseln und Maul.

  2. Schritt 2: Mechanisch schützen

    Fliegendecke, Fliegenmaske oder feinmaschige Ekzemerdecke anpassen und den Sitz täglich prüfen.

  3. Schritt 3: Repellent ergänzen

    Freie Stellen vor Weidegang und Ausritt behandeln, Augen und Nüstern aussparen und nach Schwitzen, Regen oder Waschen erneuern.

  4. Schritt 4: Weide und Stall managen

    Weidezeiten an den Plagegeist anpassen, Mist häufig entfernen und abseits lagern, Pfützen trockenlegen.

  5. Schritt 5: Täglich kontrollieren

    Beim Putzen nach Zecken, Lausfliegen und Hautveränderungen suchen. Bei Ekzem, Krusten, nässender Haut oder Fieber holst du die Tierärztin oder den Tierarzt.

Merksätze

  • Jeder Plagegeist hat seine Zeit: Bremsen am Tag, Gnitzen in der Dämmerung.
  • Decke und Maske sind der verlässlichste Schutz, Repellents ergänzen ihn.
  • Repellents halten fern, sie töten nicht – nach Schwitzen und Regen erneuern.
  • Stechfliegen entstehen im Mist: Mistmanagement ist Insektenschutz.
  • Hautprobleme wie Sommerekzem oder Mauke gehören in die Tierarztpraxis.

Häufige Fragen zu Insekten und Milben beim Pferd

Was hilft gegen Grasmilben beim Pferd?

Gegen die Larven der Herbstgrasmilbe hilft vor allem, den Kontakt zu verringern: Weiden kurz halten, betroffene Flächen im Spätsommer meiden und die Beine vor dem Weidegang mit einem Repellent behandeln. Bei Krusten, nässenden Stellen oder starkem Juckreiz lass die Haut tierärztlich untersuchen.

Hilft Kokosöl gegen Milben beim Pferd?

Kokosöl wird oft empfohlen, eine Wirkung gegen Herbstgrasmilben oder andere Milben ist aber nicht belegt. Verlässlicher sind Weidemanagement und ein Repellent, dessen Etikett Milben nennt. Bei Hautveränderungen hilft die Tierarztpraxis weiter.

Wie wende ich das Milbenspray beim Pferd an?

Laut Etikett sprühst du das Pferd bei hohem Befallsdruck gründlich ein, etwa vor dem Ausführen, und sparst Kopf, Augen und Atemwege aus. Als Umgebungsspray behandelst du Liegeplätze. Bei akutem Befall wiederholst du die Anwendung. Das Spray ist ein Repellent: Es hält Milben fern, tötet sie aber nicht.

Wie oft muss ich mein Pferd mit Insektenspray einsprühen?

Vor jedem Weidegang oder Ausritt und erneut nach Schwitzen, Regen oder Waschen. Menge und Häufigkeit stehen auf dem Etikett, beim Bremsen-Spray für Pferde sind es etwa 5 Pumpstöße pro Ausritt.

Was ist eine Pferdelausfliege?

Die Pferdelausfliege ist eine flache, lederartige, rotbraune Fliege von etwa 8 Millimetern. Sie lebt auf dem Pferd, bevorzugt an dünn behaarten Stellen wie Schweifrübe und Innenschenkeln, und saugt Blut. Viele Pferde reagieren nervös. Such dein Pferd beim Putzen ab und sammle die Fliegen ab.

Was ist ein Sommerekzem?

Beim Sommerekzem reagiert das Pferd allergisch auf die Stiche von Gnitzen und anderen Insekten. Typisch sind starker Juckreiz und kahl gescheuerte Stellen an Mähne und Schweif. Die Diagnose und Behandlung gehören in die Tierarztpraxis. Vorbeugend schützt du dein Pferd in der Dämmerung mit Stall oder feinmaschiger Ekzemerdecke.

Wo sitzen Zecken beim Pferd und wie entferne ich sie?

Zecken suchen dünne Haut: Fesselbeugen, Bauch, Euter oder Schlauch, Mähnenkamm und Kopf. Fass die Zecke mit einer Zange dicht über der Haut und zieh sie langsam heraus. Such dein Pferd nach jedem Ausritt ab. Mehr dazu unter Zecken.

Was hilft mir als Reiter gegen Mücken und Bremsen?

Lange, dichte und eher helle Kleidung schützt am besten. Unbedeckte Haut behandelst du mit einem Repellent, dessen Etikett die Anwendung auf der Haut von Menschen vorsieht, und erneuerst es nach dem Schwitzen.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

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