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Blatthornkäfer

Blatthornkäfer wie Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer schaden vor allem als Engerlinge an Wurzeln, Rosenkäfer und Nashornkäfer dagegen sind geschützt. Welche Art du vor dir hast und was jeweils hilft, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

7 Produkte
Bestimmungshilfe Blatthornkäfer

Blatthornkäfer bestimmen – Schädling oder geschützt?

Zu den Blatthornkäfern gehören Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer, aber auch der geschützte Rosenkäfer, der Nashornkäfer und der eingeschleppte Japankäfer. Typisch sind die Fühler mit fächerartigen Blättchen und die C-förmig gekrümmten Larven, die Engerlinge. Schaden richten nur einige Arten an, und zwar vor allem die Engerlinge an Wurzeln. Hier findest du heraus, welche Art du vor dir hast – und wo es weitergeht.

Zum Ratgeber Engerlinge →

Schnellwahl: Welchen Käfer hast du gefunden?

Großer brauner Käfer mit weißen Dreiecken an den Seiten, fliegt im April und Mai abends

Maikäfer

Maikäfer werden 20 bis 30 mm groß und entwickeln sich drei bis fünf Jahre als Engerling im Boden. Gegen ihre Engerlinge wirken Nematoden kaum. Was hilft, steht auf der Maikäfer-Seite.

Gelbbraune, behaarte Käfer schwärmen an Juniabenden um Bäume

Junikäfer

Junikäfer sind 14 bis 18 mm groß und fliegen im Juni und Juli in der Dämmerung. Ihre Engerlinge leben zwei bis drei Jahre im Rasen und sprechen auf Nematoden schwächer an. Mehr auf der Junikäfer-Seite.

Grün-kupferner Käfer mit weißen Haarbüscheln an den Seiten

Verdacht auf Japankäfer: melden

Der Japankäfer ist ein Quarantäneschädling. Fotografier den Käfer, fang ihn möglichst ein und melde ihn dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes. Alles Weitere auf der Japankäfer-Seite.

Goldgrüner Käfer auf Blüten oder dicke Larven im Kompost

Rosenkäfer – geschützt

Rosenkäfer besuchen Blüten, ihre Larven zersetzen im Kompost Pflanzenreste. Sie sind besonders geschützt und werden nicht bekämpft. So unterscheidest du ihre Larven von Engerlingen: Rosenkäfer erkennen.

Welche Art – welche Maßnahme?

Blatthornkäfer unterscheiden sich stark: Bei manchen helfen Nematoden gut, bei anderen kaum, und einige Arten stehen unter Schutz. Deshalb immer zuerst bestimmen.

ArtWas hilftWannDarauf achten
Gartenlaubkäfer HB-Nematoden gegen die jungen Engerlinge, dichter Rasen gegen die Eiablage Mitte Juli bis Ende September Spatenprobe vorab; ab etwa 100 Larven pro m² lohnt sich eine Behandlung.
Junikäfer HB-Nematoden wirken schwächer; Rasenpflege und Nachsaat Wenn, dann im August des Flugjahres gegen die jungen Larven Die Larven leben zwei bis drei Jahre im Boden.
Maikäfer Nematoden wirken kaum; Larven beim Umgraben absammeln, Beete in Flugjahren mit Netzen abdecken Beim Umgraben, während der Flugzeit Die Engerlinge leben drei bis fünf Jahre im Boden.
Japankäfer Melden – Maßnahmen legt der Pflanzenschutzdienst fest Sofort beim Verdacht Nicht selbst bekämpfen, keine eigenen Fallen aufstellen.
Rosenkäfer, Goldkäfer, Nashornkäfer, Walker Keine Bekämpfung: besonders geschützt Immer Larven in Kompost, Mulch und Mulm liegen lassen; dort keine Nematoden ausbringen.

Was alle Blatthornkäfer gemeinsam haben

Querschnitt durch Rasen und Boden: oben ein Käfer auf einem Grashalm, darunter Eier und gekrümmte weiße Engerlinge mit brauner Kopfkapsel und sechs Beinen an den Graswurzeln, tiefer im Boden ein überwinternder Engerling und eine Puppe
Querschnitt durch Rasen und Boden: oben ein Käfer auf einem Grashalm, darunter Eier und gekrümmte weiße Engerlinge mit brauner Kopfkapsel und sechs Beinen an den Graswurzeln, tiefer im Boden ein überwinternder Engerling und eine Puppe

Blatthornkäfer sind eine sehr artenreiche Familie, auch in Deutschland kommen zahlreiche Arten vor. Gemeinsam ist ihnen der Körperbau – sehr unterschiedlich sind dagegen Entwicklungsdauer, Lebensweise der Larven und Schutzstatus.

  • Fächerfühler: Die Fühler enden in mehreren flachen Blättchen, die sich wie ein Fächer spreizen lassen. Daher kommt der Name der Familie.
  • Engerlinge: Die Larven sind weiß, C-förmig gekrümmt, haben eine braune Kopfkapsel und drei Beinpaare. Sie leben im Boden, in Kompost oder in morschem Holz.
  • Entwicklungsdauer: Gartenlaubkäfer ein bis zwei Jahre, Rosenkäfer etwa zwei, Junikäfer zwei bis drei, Maikäfer drei bis fünf und Nashornkäfer drei bis fünf Jahre.
  • Bewegungstest: Auf einer glatten Fläche liegen Maikäfer-Engerlinge seitlich gekrümmt, Junikäfer- und Gartenlaubkäfer-Engerlinge laufen auf den Beinen, Rosenkäfer-Larven kriechen auf dem Rücken.
  • Schädlich oder nützlich: Engerlinge von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer fressen lebende Wurzeln. Rosenkäfer- und Nashornkäfer-Larven fressen abgestorbenes Pflanzenmaterial und helfen beim Zersetzen.

Daraus folgt: Erst die Art bestimmen – dann entscheiden, ob und wie du handelst.

Die wichtigsten Blatthornkäfer im Garten

Fünf Arten begegnen dir im Garten am häufigsten – eine davon ist geschützt, eine meldepflichtig.

Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) von oben, braun mit weißen Dreiecken an den Seiten
Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) von oben, braun mit weißen Dreiecken an den Seiten

Maikäfer

Melolontha melolontha

Größe
20–30 mm
Erkennungs­merkmal
Braun, weiße Dreiecke an den Seiten des Hinterleibs, Männchen mit großem Fühlerfächer
Flugzeit & Vorkommen
April bis Juni in der Dämmerung

Was tun? Mehr auf der Maikäfer-Seite.

Steckbrief im Lexikon →
Junikäfer (Amphimallon solstitiale) von oben, gelbbraun mit stark behaartem Halsschild
Junikäfer (Amphimallon solstitiale) von oben, gelbbraun mit stark behaartem Halsschild

Junikäfer

Amphimallon solstitiale

Größe
14–18 mm
Erkennungs­merkmal
Einfarbig gelbbraun, Halsschild lang behaart, kein Metallglanz
Flugzeit & Vorkommen
Juni und Juli in der Dämmerung

Was tun? Mehr auf der Junikäfer-Seite.

Steckbrief im Lexikon →
Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) von oben, grüner Halsschild und rotbraune Flügeldecken
Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) von oben, grüner Halsschild und rotbraune Flügeldecken

Gartenlaubkäfer

Phyllopertha horticola

Größe
8–12 mm
Erkennungs­merkmal
Kopf und Halsschild metallisch dunkelgrün, Flügeldecken rotbraun, keine weißen Haarbüschel
Flugzeit & Vorkommen
Mai bis Juli tagsüber bei Sonne

Was tun? Mehr auf der Gartenlaubkäfer-Seite.

Steckbrief im Lexikon →
Japankäfer (Popillia japonica) von oben, grüner Halsschild, kupferbraune Flügeldecken und weiße Haarbüschel an den Seiten
Japankäfer (Popillia japonica) von oben, grüner Halsschild, kupferbraune Flügeldecken und weiße Haarbüschel an den Seiten

Japankäfer

Popillia japonica

Größe
ca. 1 cm
Erkennungs­merkmal
Grüner Kopf und Halsschild, kupferbraune Flügeldecken, weiße Haarbüschel an den Seiten und am Hinterende
Flugzeit & Vorkommen
Quarantäneschädling; in Deutschland bisher Einzelfunde

Was tun? Melden statt bekämpfen. Mehr auf der Japankäfer-Seite.

Steckbrief im Lexikon →
Rosenkäfer (Cetonia aurata) von oben, metallisch goldgrün mit kleinen weißen Flecken
Rosenkäfer (Cetonia aurata) von oben, metallisch goldgrün mit kleinen weißen Flecken
Besonders geschützt

Rosenkäfer

Cetonia aurata

Größe
14–20 mm
Erkennungs­merkmal
Metallisch grüngolden, flacher Rücken, kleine weiße Querflecken
Flugzeit & Vorkommen
April bis Oktober tagsüber auf Blüten

Was tun? Nicht bekämpfen. Mehr auf der Rosenkäfer-Seite.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten zum richtigen Vorgehen

  1. Schritt 1: Käfer ansehen

    Größe, Farbe und Flugzeit verraten die Art meist schon: Maikäfer im Frühjahr abends, Junikäfer im Juni abends, Gartenlaubkäfer tagsüber in der Sonne, Rosenkäfer tagsüber auf Blüten.

  2. Schritt 2: Auf weiße Haarbüschel achten

    Grün-kupferner Käfer mit weißen Haarbüscheln an den Seiten? Dann Verdacht auf Japankäfer: fotografieren und dem Pflanzenschutzdienst melden.

  3. Schritt 3: Larven bestimmen

    Fundort und Bewegungstest zeigen, ob es schädliche Engerlinge oder geschützte Rosenkäfer-Larven sind.

  4. Schritt 4: Nur schädliche Engerlinge behandeln

    Gegen Gartenlaubkäfer-Engerlinge helfen HB-Nematoden von Mitte Juli bis Ende September am besten – nur im Rasen, nie im Kompost.

  5. Schritt 5: Rasen stärken

    Dichter, nicht zu kurz gemähter Rasen und Nachsaat kahler Stellen machen den Rasen für die Eiablage weniger attraktiv.

Merksätze

  • Nicht jeder Blatthornkäfer ist ein Schädling – Rosenkäfer, Goldkäfer, Nashornkäfer und Walker sind geschützt.
  • Schaden machen vor allem die Engerlinge von Gartenlaub-, Juni- und Maikäfer an Wurzeln.
  • Nematoden wirken am besten gegen Gartenlaubkäfer, schwächer gegen Junikäfer, kaum gegen Maikäfer.
  • Larven im Kompost sind meist nützlich – liegen lassen.
  • Weiße Haarbüschel an den Seiten: möglicher Japankäfer – melden.

Häufige Fragen zu Blatthornkäfern

Welche Käfer gehören zu den Blatthornkäfern?

Im Garten vor allem Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer. Auch Rosenkäfer, Goldkäfer, Nashornkäfer, Walker und Dungkäfer gehören dazu, außerdem der eingeschleppte Japankäfer. Gemeinsam ist ihnen das Fühlerende aus mehreren Blättchen, die sich wie ein Fächer spreizen lassen.

Wie sieht ein Blatthornkäfer aus?

Blatthornkäfer sind meist kräftig gebaut und oval bis rundlich. Typisch sind die kurzen Fühler mit einem Fächer aus Blättchen am Ende. Die Larven, die Engerlinge, sind weiß, C-förmig gekrümmt und haben eine braune Kopfkapsel und drei Beinpaare.

Sind Blatthornkäfer gefährlich?

Für Menschen und Haustiere nicht: Sie stechen nicht, sind nicht giftig und übertragen keine Krankheiten. Schaden entsteht nur an Pflanzen, vor allem durch die Engerlinge von Gartenlaubkäfer, Junikäfer und Maikäfer an Wurzeln.

Welche Blatthornkäfer sind geschützt?

Nach der Bundesartenschutzverordnung sind unter anderem der Goldglänzende Rosenkäfer, die heimischen Goldkäfer, der Nashornkäfer und der Walker besonders geschützt. Sie dürfen weder gefangen noch getötet werden – auch nicht als Larve.

Was hilft gegen die Engerlinge von Blatthornkäfern?

Das hängt von der Art ab. Gegen Gartenlaubkäfer-Engerlinge helfen HB-Nematoden von Mitte Juli bis Ende September gut, gegen Junikäfer-Engerlinge schwächer und gegen Maikäfer-Engerlinge kaum. Bestimme die Larven deshalb vorher – wie das geht, zeigt die Engerlinge-Seite.

Wie lange leben Blatthornkäfer?

Die Käfer selbst leben meist nur wenige Wochen. Die Entwicklung als Larve dauert je nach Art ein bis fünf Jahre: Gartenlaubkäfer ein bis zwei, Junikäfer zwei bis drei, Maikäfer drei bis fünf Jahre.

Rosenkäfer, Goldkäfer, Nashornkäfer und Walker sind besonders geschützt und dürfen nicht bekämpft werden.

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